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21.5.2010 - WHO-Resolution zu Virushepatitis B und C beschlossen!

Die WHO-Jahreshauptversammlung hat heute die Resolution zu Hepatitis B und C beschlossen. Eine sehr erfreuliche, ja großartige Nachricht. Diese Entscheidung ist ein Meilenstein im weltweiten Kampf gegen Hepatitis B und C, welcher künftig von der WHO www.who.int/topics/hepatitis/en/index.html global koordiniert und geleitet wird. Diesen Erkrankungen wird mit der Resolution ein ebenso hoher Stellenwert eingeräumt wie HIV/AIDS, Tuberkulose und Malaria.

Das gleicht einem Ritterschlag für uns Alle, die wie seit Jahren um mehr Aufmerksamkeit für Hepatitis B und C kämpfen. Der Welt-Hepatitis-Tag, den wir am 19.5. mit bundesweiten Aktionen begangen haben, wird in Zukunft und damit vermutlich bereits 2011 von der WHO geleitet; möglicherweise wird sich das Datum noch ändern. Bleibt nur zu hoffen und zu wünschen, dass dadurch auch in Deutschland endlich seitens der Gesundheitspolitik die diesen chronischen Erkrankungen gerecht werdende Bedeutung eingeräumt und der Bevölkerung bewusst gemacht wird.

Die englischsprachige Pressemeldung der World Hepatitis Alliance, die bei dieser WHO-Versammlung anwesend war, finden Sie h i e r.

Am Mittwoch, 12. Mai 2010, berichtete die lokale Tagespresse über die Arbeit und das Internet-Engagement unserer Hepatitis-Selbsthilfe:

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Der Mutlanger Hermann Kuon bietet im Internet virtuelle Hepatitis-Selbsthilfe an / Neue Medikamente in Aussicht

Betroffen sind allein in Deutschland eine halbe Million Menschen. Die meisten haben keine Ahnung, dass sie mit dem Virus leben. Diejenigen aber, bei denen Hepatitis C diagnostiziert wurde, sind sehr froh am Wissen, dass es da draußen Menschen gibt, die sich ihrer annehmen.“
Den kompletten Bericht finden Sie hier

Veröffentlichung in der PTAheute Ausgabe Mai 2010

In dieser Ausgabe für pharmazeutisch-technische Assistentinnen ist der Focus auf das Organ Leber gerichtet. Verschiedene Beiträge beleuchten den Aufbau, die vielfältigen Aufgaben und Funktionen sowie die möglichen Störungen und Beeinträchtigungen dieses chemischen "Kraftwerks" in unserem Körper. Immer wieder erstaunlich wird dabei, welchen Einfluss unser Lebensstil - dazu gehören vor allem die Ernährung und die ausreichende, regelmäßige Bewegung - auf die Leber haben und wie sie sich, können schädigende Einflüsse (virale Infekte, Gifte, Medikamente etc.) eliminiert bzw. vermindert, am besten vermieden werden, wieder erholt. Die wesentlichen Beiträge dazu (Bericht einer HCV-Betroffenen unter Therapie - leberschädigende Arzneimittel - Pharmakogenetik - homöopathische Mittel etc.) finden Sie auf unseren Internetseiten unter dem Button "Presse" unter http://www.hepatitis-bw.de/Presse.html

Leberzentrum Esslingen – Patiententag am 16.1. und neue Studie für HCV-Patienten

Im Rahmen eines Patiententages am 16. Januar 2010 hat sich Prof. Dr. med. Michael Geißler als neuer Leiter und Nachfolger von Prof. K.P. Maier vorgestellt. Etwa 150 Interessierte waren an diesem Samstag-Vormittag gekommen, um sich über die Diagnose, den Verlauf und die Behandlung der wichtigsten Lebererkrankungen zu informieren. Sie waren angetan von den patientenverständlichen, mit Grafiken und Bildern unterstützten Vorträgen und nutzten nicht nur in der Pause die Gelegenheit zu teilweise ganz individuellen Fragen. Weitere Informationen, ein Foto von der Veranstaltung und den Vortrag von Dr. Stephan Kaiser zum Thema „Hepatitis B und C – aktuelle Therapie und Zukunft?“ finden Sie hier

Ezrin-Peptid-Therapie (GEPON) – was ist dran? (Stand 22.1.2010)

Dieses in Russland zunächst für HIV-Patienten entwickelte Präparat HEP1 (synthetisch aus 14 Aminosäuren) ist ein Immunmodulator und kommt in natürlicher Form in der Eiweißstruktur des menschlichen Organismus vor. Es löst unter anderem die Synthese von IFN-alpha und -beta aus, erhöht die Zahl von CD4+(=positiven) T-Zellen und NK- (=natürliche Killer) Zellen und steigert ebenfalls die Aktivität von Neutrophilen und von CD8+ T-Zellen, die besondere Bedeutung im Kampf gegen und in der Abwehr von Bakterien und Viren haben.

Den ausführlichen Bericht finden Sie hier.

Immunologie – wie funktioniert unser Abwehrsystem
Teil 2 des Versuches, diese und das Immunsystem zu beschreiben (Stand 15.2.2010)

Wie jedes lebendige Wesen wehrt sich unser Körper gegen Angriffe, die seine Funktion gefährden, und passt sich gleichzeitig dynamisch seiner Umwelt an. Verantwortlich dafür ist in erster Linie unser Immunsystem. Es schützt vor Attacken durch Viren, Bakterien, Pilzen, Parasiten und Fremdproteinen und eliminiert körpereigene geschädigte oder entartete Zellen. Bei intakter Funktionsweise und Abwehr gelingt das immer. Entwicklungsgeschichtlich hat sich der Mensch in einer – teils selbst geschaffenen - Umwelt zu behaupten, gegen die er sich abgrenzen und schützen muss. Darum hat sein Organismus eine ganze Rei­he von Möglichkeiten entfaltet, Schadstoffe auf immunologischem Wege zu eliminieren und zu bekämpfen. Den ausführlichen Bericht finden Sie hier

Interferone – Botenstoffe unseres Immunsystems
der Versuch eines medizinischen Laien, diese und ihr Zusammenspiel mit dem Immunsystem zu erklären (Stand 31.12.2009)
Interferone sind Boten- oder Signalstoffe des Immunsystems, die viele Aktionen auslösen und in viele Vorgänge eingreifen. Infektionen, Traumata (= Verletzungen), chemische oder physikalische Reize – auch als Stressoren bezeichnet - sind die Ursachen, die die Entzündung als natürliche Ant­wort des Individuums und damit des Menschen auslösen. Diese Inflammation/Entzündung versetzt den Organismus in die Lage, die notwendigen Kontroll-, Schutz- oder Abwehrmechanismen zu mobilisieren, das Pathogen und damit den Krankheitsverursacher zu eliminie­ren und die Integrität (Heilung) des betroffenen Gewebes wiederherzustellen.
Den ausführlichen Bericht finden Sie hier.

Hepatitis C – sind genetische Voraussetzungen entscheidend? Der Erfolg einer Interferon(IFN)-alfa-Ribavirin-Therapie bei chronischer Hepatitis C-Virus(HCV)- Infektion wird maßgeblich von viralen Faktoren wie z. B. HCV-Genotyp, initiale Viruslast und Viruskinetik unter Behandlung sowie epidemiologischen und klinischen Wirtsfaktoren wie z. B. Alter, Geschlecht, Ethnizität und Ausmaß der vorliegenden Leberschädigung beeinflusst. Eine individualisierte Therapiestrategie, die diese Faktoren berücksichtigt, ist daher von entscheidender Bedeutung für den Erfolg dieser oftmals nebenwirkungsreichen und kostenintensiven Therapie.
Den kompletten Beitrag finden Sie hier

Hepatitis C – IL 28B und IFN-Ribavirin-Therapie
Dr. Tobias Müller und Prof. Dr. Thomas Berg, beide an der Charite, Berlin, stellten die aktuellen Ergebnisse zu dieser für die zukünftige Hepatitis C-Therapie sehr wichtigen IL28B Genotypisierung in der Dezember-Ausgabe des HepNet-Journals auf den Seiten 10, 11 und 12 zusammen. Diese 3 Seiten finden Sie hier

Seite 1
Seite 2
Seite 3

 

Sind wir mit Vitamin D (unter)versorgt?

Ergänzend zum nachstehenden ausführlichen Bericht finden Sie hier.

Ein soeben veröffentlichtes Dossier in der Dezember-Ausgabe der Zeitschrift "natürlich, gesund und munter" mit dem Titel "Wie Sonnenmangel die Krebsgefahr erhöht".

Sind wir mit Vitamin D (unter)versorgt?

Die meisten Europäer bekommen zu wenig Vitamin D, lautet das wissenschaftliche Fazit aus den Niederlanden. Aktuelle Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass ältere Menschen und chronisch Kranke davon besonders betroffen sind. 90 Prozent des Vitamin D nehmen wir übers Sonnenlicht auf. In nördlichen Klimazonen bedeutet das: Vier bis sechs Monate im Jahr Unterversorgung. Dabei spielt Vitamin D eine wichtige Rolle im Kalzium- und Knochenstoffwechsel, aber auch dem Immunsystem.

Den ausführlichen Bericht finden Sie hier.

 

Stevia - die süße, natürliche und kalorienfreie Alternative zum Zucker ?!

Die Geschmacksrichtung „süß“ ist eine angeborene menschliche Schwäche. Nur süße Früchte und Honig hatten unsere Ahnen als Naschwerk über Jahrhunderte zur Verfügung. Dann kamen Zuckerrohr, Zuckerrübe und synthetische Süßstoffe dazu. Heute haben wir in den Europäischen Industriestaaten einen Zuckerverbrauch von etwa 120g pro Tag und Einwohner. Die Zuckerindustrie setzt allein in Europa mehr als 60 Milliarden Euro jährlich um. Jeder Deutsche isst 40 Kilogramm Zucker – pro Jahr. Der Markt ist also riesig. Auf Süßes zu verzichten, kommt für die meisten Menschen allerdings nicht in Frage, trotz der gesundheitlichen Schäden, die Zucker verursacht. Zu sehr hat sich der Körper an Süßes gewöhnt. Süß ist „in aller Munde“. Der übermäßige Zuckerkonsum und mangelnde Bewegung haben negative Auswirkungen auf unsere Gesundheit und begünstigen Volkskrankheiten wie Bluthochdruck und Diabetes, Krankheiten, die inzwischen schon bei Jugendlichen festgestellt werden. Dabei gibt es eine "gesunde" Alternative zu Zucker: eine unscheinbare Pflanze aus Paraguay namens Stevia. Manche nennen sie auch Süßkraut oder Honigkraut.

Den ausführlichen Bericht finden Sie hier.

 

Quälender Juckreiz!

Ist eine Salbe – ohne Cortison - hilfreich ?

 

Leberkranke leiden oftmals unter Juckreiz, der so unerträglich werden kann, dass eine Lebertransplantation notwendig wird. Neben Stoffwechselstörungen vermutet man immunologische Vorgänge. Das Immunsystem kann körperfremde Stoffe, zu deren Ausschaltung es eigentlich da ist, nicht mehr von körpereigenen unterscheiden und richtet sich daher auch gegen sich selbst. Das kann unter anderem eine andauernde Irritation der Haut zur Folge haben. Davon Betroffenen reagieren mit ständigem, oft unbewusstem Kratzen. Kleine Verletzungen führen schließlich zu Ekzemen, die wieder Juckreiz verursachen. Um die überschießende Abwehrreaktion der Immunzellen zu dämpfen, werden überwiegend cortisonhaltige Arzneimittel eingesetzt, deren Nebenwirkungen nicht zu unterschätzen sind.

Den ausführlichen Bericht finden Sie hier.

 

Gesund (und) hundert Jahre alt werden.

- meine ganz persönliche Meinung im September 2009 –

Lebensstil

Die alten Therapietraditionen wie die Traditionelle Europäische Medizin, die griechisch-antike Heiltradition, die Chinesische Medizin oder die Ayurvedische Medizin haben über Jahrhunderte und Jahrtausende praktische Erfahrungen darin gesammelt, wie mit einfachen Maßnahmen das Leben verlängert und die Gesundheit erhalten werden kann. Dabei ist eine Kernaussage, dass ein maßvolles, harmonisches und geordnetes Leben.

Den ausführlichen Bericht finden Sie hier.

 

DEBIO-025 neuer, aussichtsreicher Ansatz für die Hepatitis-C-Therapie ?

Viren sind mit minimaler Erbinformation ausgestattet und deshalb für ihre Vermehrung wesentlich auf die befallenen Zellen angewiesen.
Dies gilt auch für das Hepatitis-C-Virus (HCV), das sich dafür an die Leberzellen anheftet. Ein wichtiger Zell-Faktor für die Vermehrung des HCV ist das Protein Cyclophilin, das für den ordnungsgemäßen Aufbau größerer Proteinstrukturen in der Zelle wichtig ist. Cyclophilin kann sehr wirksam durch ein Medikament, das Immunsuppressivum Cyclosporin, gehemmt werden, das bisher vor allem nach Organtransplantationen eingesetzt wurde.

Auf der Suche nach besser verträglichen Wirkstoffen für die HCV-Therapie wurden Abkömmlinge (Derivate) des Cyclosporins entwickelt, die das Immunsystem nicht mehr unterdrücken, das Cyclophilin aber immer noch sehr wirksam hemmen. Da es verschiedene Cyclophiline gibt, unter-suchten Heidelberger Wissenschaftler um Prof. Bartenschlager an Leberzellen, welches Cyclophilin entscheidend für die Vermehrung des HC-Virus ist und fanden: Nur die Blockade von Cyclophilin A führte zu einer kompletten Virushemmung. Das ist auch das Angriffsziel von DEBIO-025, einem Cyclosporinderivat.

Den ausführlichen Bericht finden Sie hier.

 

Schweinegrippe – was tun? Impfen lassen?

Molekularbiologische Untersuchungen zeigten, dass die als Schweinegrippe bezeichnete neue Influenza A (H1N1/09) aus 8 Gensegmenten besteht, von denen sieben aus Schweine-Influenzaviren eurasischer und nordamerikanischer Herkunft sowie aus Vogel-Influenzaviren der letzten Jahrzehnte stammen und nur eins den beiden saisonalen Influenzastämmen (H1N1 und H3N2) zuzuordnen ist.

Eine ausführliche Darstellung finden Sie hier.

 

 

Viralbedingte Hepatitis und Sport - kein Widerspruch

Patienten mit einer akuten/chronischen Virushepatitis brauchen nicht auf Sport zu verzichten. Im Gegenteil: Körperliche Aktivität kann den Krankheitsverlauf sogar günstig beeinflussen. Das gilt auf jeden Fall für Patienten mit geringer Leberschädigung. Auch von Patienten mit fortgeschrittener Erkrankung - kontrollierte Studien liegen leider nicht vor - wird moderates Training gut toleriert und führt bei ihnen zur Verbesserung der maximalen Sauerstoffkapazität und Leistungsfähigkeit.

Bei Patienten mit Leberzirrhose ist jedoch Vorsicht geboten, besonders, wenn bereits eine portale Hypertonie vorliegt. Den ausführlichen Bericht von Privatdozent Dr. Deibert vom Uniklinikum Freiburg – veröffentlicht in der Juni/Juli Ausgabe der Zeitschrift für Sportmedizin 2009, Seite 161 - finden Sie hier.

 

Arzt-Patienten-Seminar „Chronische Lebererkrankungen“

Vortragsveranstaltung am Sa, 27.6.2009, von 9.00 Uhr - 14.00 Uhr in der Liederhalle in Stuttgart anlässlich des Jubiläumskongresses der Südwestdeutschen Gastroenterologen.
(Näheres dazu unter http://www.sw-gastro.de/download/programm_2009_samstag.pdf)

Kurz vor 9 Uhr setzte sintflutartiger Regen mit Blitz und Donner ein. Die ansonsten belebte Stuttgarter Innenstadt war leergefegt, alle Außenwerbung war umsonst. Dies musste Hermann Kuon, der Ansprechpartner der Hepatitis/Leber-Selbsthilfe Baden- Württemberg, zu Beginn seiner Begrüßung bedauerlicherweise feststellen. Hinzu kommt - dies gilt es künftig zu beachten - dass im Zentrum von Großstädten überwiegend Menschen mit Migrationshintergrund, die kaum der deutschen Sprache mächtig sind, leben. So war es nicht verwunderlich, dass der Besuch an diesem Vormittag enttäuschend war. Schade drum, denn alles andere „passte“: tolles Umfeld, optimale Präsentationstechnik und wirklich kompetente Referenten, die während der gesamten Veranstaltung zugegen waren, sehr anschaulich ihre Themen auch für "Otto Normal-Verbraucher" darlegten und ausführlich auf Fragen eingingen. Und als "Bonbon" gab es ab 13 Uhr noch kostenfreie Fibroscan-Untersuchungen. Für die Anwesenden optimal. Programmablauf, einzelne Themen und Referenten siehe nachstehend. Die uns seitens der Referenten zur Verfügung gestellten Vorträge sind jeweils original eingefügt.

Begrüßung
Hermann Kuon – den gesamten Wortlaut finden Sie hier Chronische Lebererkrankungen und ihre Komplikationen PD Dr. med. Nektarios Dikopoulos, Uni-Klinik Ulm – Vortrag bitte hier anklicken -

Leberbiopsie oder gibt es nicht-invasive Alternativen ?
PD Dr. med. Sebastian Mueller, Salem-Klinik Heidelberg – Vortrag bitte hier anklicken –

Lebertransplantation - heutiger Stand und zukünftige Möglichkeiten Prof. Dr. med. Jan Schmidt, Uni-Klinik Heidelberg – Vortrag bitte hier anklicken-

Virushepatitis B und C - Leitlinien 2008/2009 - Was bringt die Zukunft ?
Dr. med. Stephan Kaiser, Gemeinschaftspraxis Stuttgart

Das Wesentliche der Ausführungen von Dr. Kaiser (den Originalvortrag wollte er nachreichen):
Die neuen Leitlinien für die Behandlung der Hepatitis B sowie der Hepatitis C sind eine gute Therapie-Grundlage für Ärzte, allerdings nicht zwingend. Bei HCV-Genotyp3- Patienten rät er die Möglichkeit der Therapieverkürzung auf 16 Wochen, auch wenn die Voraussetzungen vorliegen, nicht in Anspruch zu nehmen, also generell mindestens 24 Wochen zu therapieren. Für die Zukunft (in Studien eventuell ab 2012) verspricht er sich vom Einsatz der Kombination Protease- (begrenzt auf 12 Wochen, länger wegen NW's nicht zumutbar) und Polymeraseinhibitoren, ergänzt mit Ribavirin am meisten. Im Gegensatz zu IFN kann man seiner Meinung zufolge nach momentaner Datenlage auf Ribavirin auch in den kommenden Jahren keinesfalls verzichten.
HCV-Kranke mit Thrombozytopenie (Blutplättchen < 75.000/ml) können im Rahmen von Studien (u.a. in seiner Praxis) mittels der Gabe von Eltrombopag mit gleichen Erfolgsaussichten wie Patienten ohne diese Erkrankung therapiert werden. Fibroscan, die schmerzlose Untersuchungsmethode, im praktischen Einsatz PD Dr. med. Sebastian Mueller, Salem-Klinik Heidelberg Nadine Piorkowsky, Firma Echosens, Niederlassung Deutschland Zur Verdeutlichung dieser neuen Untersuchungsmethode: Das Fibroscan-Gerät (FS) misst nicht die Fibrose, sondern die Steifigkeit der Leber, die allerdings in vielen Fällen damit korreliert. Nach bisherigem Stand der weltweiten FSUntersuchungen sind die Heidelberger FS-Ergebnisse für ASH-Patienten mit denen für HCV-Patienten gleichzusetzen. Ganz wichtig ist bei den FS-Ergebnissen, dass der FS-Wert - so neue Erfahrungen - auch stark von der Entzündlichkeit in der Leber beeinflusst wird. Dies konnte PD Mueller an akuter Hepatitis A (die nicht chronisch wird) eines 22jährigen Patienten und den Verlaufsmessungen mit FS zeigen. So wurden am Tag bei hohen Leberwerten (GPT/GOT) kPa-Werte von 26,3 gemessen, vier Tage später bei stark gesunkenen Leberwerten war der FS-Wert bereits auf 13,9 kPa gefallen. Auch eine intrahepatische Cholestase (Gallestau innerhalb der Leber) sowie Pfortader-Durchfluss- Verengungen erhöhen den kPa-Wert.
Bei einem Steifigkeitswert der Leber < 6 kPa kann eine Zirrhose ausgeschlossen werden. Werte >6 kPa, jedoch < 8 kPa sind sog. "Problemfälle, da die Abstufung zwischen Fibrose 2 oder 3 nicht eindeutig ist, bei Werten > 8 kPa geht man von einer signifikanten Fibrose (3-4 nach Metavir) aus, ab einem Wert über >12.5 kPa von einer Leberzirrhose. Grundsätzlich gilt: FS-Werte sollten, ja müssen immer im Kontext mit biochemischen Markern (Leberwerte/Laborwerte auch Bilirubin wegen Galle!) und der Aetiologie des Leberschadens (Ursache) interpretiert werden.

Fazit: Frühzeitig diagnostiziert sind inzwischen viele Lebererkrankungen heilbar. Und: Präventive Maßnahmen wie z.B. die Impfung gegen die Infektion mit HB-Viren sollten noch besser genutzt werden. Dadurch können Leberschäden und deren Folgen wie Leberkrebs effektiv vermieden werden.

HC-Virus / Überlebenszeit und Infektiosität

Meine Anfrage am 30. April 2009

Lieber Herr Prof. Bartenschlager,
wieder ist eine für uns spannende Frage betreffend des HC-Virus aufgetaucht, zu deren Beantwortung wir gerne eine fundierte Antwort hätten. Deshalb heute meine Fragen zur Lebensdauer/Überlebenszeit des HCV intra- und extrahepatisch an Sie:
1. im Serum
2. den Leberzellen
3. anderen Zellen außerhalb der Leber
4. außerhalb des Körpers z.B. an Kleidungsstücken, Taschentüchern, Nagelscheren etc.
Besonders die Infektiosität außerhalb des menschlichen Körpers führt nicht nur in Betroffenenkreisen, sondern vor allem auch im täglichen Umgang zu vielen Fragen und heißen Diskussionen. Gibt es darüber Untersuchungen, Studien, wissenschaftliche Arbeiten o.ä. - gerne auch Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem klinischen Alltag?
Für ihre Antwort, gerne auch mit entsprechenden Hinweisen, Links etc. im Voraus herzlichen Dank.

 

Nachstehend seine Antwort: Lieber Herr Kuon,
Leider gibt es zu den meisten Fragen, die Sie mir gestellt haben, keine belastbaren Angaben. Das liegt daran, dass wir lange Zeit kein System hatten, in dem Infektiosität des HCV zu messen ist und im Prinzip gilt das heute auch noch.
Wir können nach wie vor authentisches HCV (d.h. Virus direkt aus Patientenproben) nicht ausreichend in Zellkulturen vermehren (was die Voraussetzung für Messungen der Infektiosität ist). Zwar gibt es da einige Fortschritte mit Primärzellkulturen von menschlichen Leberzellen, das beherrschen aber nur wenige Arbeitsgruppen. Dennoch möchte ich versuchen, Ihre Fragen zu beantworten.

Halbwertszeit (HWZ) des HCV: Einer Studie der Arbeitsgruppe von D. Ho zufolge liegt die HWZ des HCV bei 100 - 182 Minuten. Diese Angaben beziehen sich allerdings auf Virusmessungen im Serum, sind also nicht spezifiziert auf intra-/extrahepatische Viren (The Lancet, Volume 354, Issue 9192, Pages 1782 - 1785, 20 November 1999). Analoge Studien belegen ähnliche Zahlen, wobei häufig auch Virusmessungen (nur RNA-Genome, nicht Infektiosität) bei Patienten unter Therapie gemacht wurden (z.B. Fujita et al., Journal of Viral Hepatitis, Volume 13 Issue 3, Pages 190 - 198). Außerdem gibt es mehrere mathematische Modelle, die die Halbwertszeit von HCV sowie infizierten Zellen messen, aber auch hier ist die Messung indirekt (Virämie im Patienten bzw. experimentell infizierten Schimpansen; z.B. Dahari et al., GASTROENTEROLOGY 2005;128:1056–1066)

HWZ außerhalb der Leber: Meines Wissens gibt es hierzu keine verlässliche Angaben, auch nicht was die Stabilität des HCV in extrahepatischen Zellen (z.B. Blutzellen) betrifft.

HWZ des HCV ausserhalb des Körpers: hierzu habe ich leider keine Angaben gefunden und mir sind entsprechende Daten auch nicht bekannt. Nimmt man jedoch HCV Partikel aus Zellkulturen als Modellsystem, dann zeigt sich dass die Infektiösität relativ stabil ist. So kann man Viruspräparationen einfrieren und auftauen ohne großen Verlust der Infektiosität (ca. 5-fache Titerreduktion, verglichen mit 10- bis 100-facher Reduktion bei vielen anderen Viren). Auch die Lagerung des Virus bei 4°C für eine Woche hat keinen nennenswerten Einfluss auf Infektiosität. Andererseits können wir das Virus durch erhitzen auf 60°C oder Behandlung mit Paraformaldehyd oder Detergenz (Triton X-100) inaktivieren. Die Stablität der Viren an Gegenständen kann jedoch sehr verschieden sein, da es hier ja zur Austrocknung kommen kann. Wie sehr dies die Infektiosität beeinflusst kann ich Ihnen aber nicht sagen.

Es tut mir leid, dass ich Ihnen hier nicht sehr viel weiter helfen kann, aber wie schon gesagt ist die Datenlage in dieser Hinsicht sehr dünn.

Mit besten Grüßen,
Ralf Bartenschlager
Department of Molecular Virology
University of Heidelberg

Ribavirin-Spiegelbestimmung

Ribavirin (Rebetol® / Copegus®) wird seit Jahren - je nach Genotyp und Körpergewicht unterschiedlich dosiert - zusammen mit pegyliertem Interferon bei der Therapie von Hepatitis C eingesetzt. Neuere Studien haben gezeigt, dass die Responseraten mit der tatsächlichen Aufnahme gemessen zur 4. Woche der Therapie korrelieren. Dabei sollte der Ribavirinspiegel über 2,0 mg/l im Serum sein. Es erscheint daher sinnvoll, diesen bestimmen zu lassen, um dann in Absprache mit dem behandelnden Arzt gegebenenfalls die Dosis anzupassen. Die Ribavirin-Spiegelbestimmung ist allerdings für gesetzlich Krankenversicherten keine Kassenleistung, muss also aus eigener Tasche (Kosten etwa 55.-- Euro) bezahlt werden. Labore, die diese durchführen, siehe unter http://www.labor-limbach.de/Ribavirin-Spiegelbes.274.0.html

FibroScan – Leberdiagnostik seit Anfang August 2008 auch in Freiburg

Diese neue, schmerzlosen Methode, den Bindegewebsgrad der Leber zu messen, ist seit wenigen Tagen auch an der Leberambulanz der Medizinischen Universitäts-Klinik in Freiburg möglich. Die so genannte Elastometrie mit dem Fibroscan untersucht die Festigkeit der Leber. Je fester, dAesto weiter fortgeschritten ist die Organschädigung. „Sinnvoll ist diese Methode zur Erstdiagnostik, vor allem aber auch zur Verlaufskontrolle einer chronischen Lebererkrankung“, so Prof. Thimme, geschäftsführender Oberarzt der Abteilung Innere Medizin II. Patienten der Leberambulanz müssen für die Kosten der Untersuchung nicht selbst aufkommen. Dies gilt auch für gesetzlich Krankenversicherte.

In der Ausgabe 1 - Juli 2008 der Zeitschrift "Hepatitis & more" sind die wesentlichen neuen Entwicklungen bei der Therapie der Hepatitis C von Prof. Sarrazin und Dr. Forestier, beide am Leberzentrum Frankfurt, zu lesen. Frau Dr. Ramona Volkert, die Herausgeberin dieses für Experten konzipierten Fachjournals (im Internet siehe unter http://www.hepatitisandmore.de) hat uns ihr Einverständnis - herzlichen Dank - zur Veröffentlichung gegeben.
Lesen Sie hier diesen aktuellen Bericht
Interessant sind im gleichen Fachmagazin auch die Berichte von Dr. Berg an der Charite, Berlin, mit dem Titel "Chronische Hepatitis C-Therapie Management von Relapse und Nonresponse" und von Dr. Hinrichsen, Kiel, zur "Re-Therapie der chronischen Hepatitis C in der Praxis"

Arzt-Patienten-Seminar zum Thema "Chronische Lebererkrankungen."

Am Samstag, 12.7.2008 fand von 9.15 Uhr - 13.00 Uhr im großen Hörsaal der Medizinischen Universitäts-Klinik in Freiburg ein Patiententag zum Thema "Chronische Leberkrankheiten" s tatt. Besondere Schwerpunkte der gut besuchten Veranstaltung waren Leberzirrhose und ihre Folgen, die neue schmerzlose Leberdiagnostik mittels der Fibroscan-Untersuchung, autoimmune Leberkrankheiten sowie die aktuelle Behandlung der Hepatitis B und C.
Einen Bericht finden Sie hier

Patiententag zum Thema: "Fettleber, Hepatitis B und C – auch Sie kann es treffen"

Am Samstag, 5.7.2008 fand von 9.30 Uhr - 15.00 Uhr in der Klinik in Ludwigsburg ein Patiententag zum Thema " Fettleber, Hepatitis B und C – auch Sie kann es treffen!"
mit Vorträgen im Hörsaal, Informationen im Eingangspavillon und Aktionen in unserer Endoskopie statt. Ein besonderer Schwerpunkt der gut besuchten Veranstaltung war die neue schmerzlose Leberdiagnostik mittels der Fibroscan-Untersuchung.
Einen Kurzbericht finden Sie hier

Zeitschrift "Apothekenumschau - Gesundheit / Ausgabe 15. Juni 2008"

In dieser, in den meisten Apotheken im Inland erhältlichen Kundenzeitschrift des Wort&Bild Verlages konnten wir auf den Seiten 35 - 39 eine aktuelle Situationsbeschreibung der Infektion mit dem Hepatitis C Virus unter dem Titel " Hepatitis C - die unterschätzte Gefahr " zur Veröffentlichung bringen. Diesen fachlich ausgezeichneten und sehr informativen Bericht, der auch Auskunft über den Umgang mit der meist chronisch werdenden Erkrankung und ihre erfolgreiche Behandlung gibt, lesen Sie hier. Seite 1  Seite 2  Seite 3  Seite 4

FibroScan – Leberdiagnostik in Heidelberg

Auf meine Intervention hin können jetzt auch gesetzlich Krankenversicherte Leberfibrose-Untersuchungen mittels der neuen, schmerzlosen Fibroscan-Methode bei Prof. Dr. med. Helmut K. Seitz, Chefarzt der Medizinischen Klinik des Privat-Krankenhauses SALEM in Heidelberg, Zeppelinstraße 11 - 33 (http://www.stadtmission-hd.de/13_477.htm) durchführen lassen. Die Terminabsprache sollte über das Chef-Sekretariat (Telefonnummer 06221-483200) erfolgen. Dort erhalten daran Interessierte auch weitere Auskünfte. Die Kosten der Fibroscan-Diagnostik, die eine Sonographie sowie eine kurze Beratung mit schriftlichem Ergebnis beinhaltet, sind anteilig 85.-- Euro und sollten bar bezahlt werden.

Hepatitis C Patienteninformation

"Prof. Dr. med. C. Niederau hat vor wenigen Wochen die wichtigsten Empfehlungen für Patienten mit chronischer Hepatitis C in Form eines Handzettels zusammen gestellt. Diese fachlich fundierten und wissenschaftlich abgesicherten Hinweise und Tipps sind nicht nur für HCV-Kranke selbst sondern auch für die Bevölkerung allgemein sehr hilfreich und aufschlussreich. Diese Fachinformationen tragen u.a. auch dazu bei, dass Hepatitis-C-Infizierte nicht aus Unwissenheit ausgegrenzt und diskriminiert werden. Sie eignen sich daher besonders zum Verteilen sowie zur Auslage in Arzt-Praxen/-Wartezimmern, Apotheken und öffentlichen Gebäuden."
Diese Patienteninformation finden Sie hier

Mariendistel senkt HCV-Viruslast.

Intravenös verabreichtes Silibinin hat einer Studie von Prof. Ferenci, AKH Wien, zufolge – veröffentlicht auf der EASL-Tagung 2008 in Mailand einen signifikanten antiviralen Effekt auf die HCV-Virusreplikation auch bei Patienten, die zuvor auf eine konventionelle HCV-Therapie (IFN-Ribavirin) nicht angesprochen hatten. Orales Silymarin hatte dagegen keinen Effekt. Weitere Angaben dazu sind nachzulesen unter
www.hepatitisandmore.de/kongresse/easl2008/mariendistel.shtml

Kaffee als Leberschutz – Bericht von Prof. R. Thimme (Innere Medizin II an der UniKlinik Freiburg) in der Zeitschrift „Der Gastroenterologe“ (Bd. 3, S. 53) und in der FAZ vom 29.1.2008

Das hepatozelluläre Karzinom (HCC) ist weltweit einer der häufigsten malignen Tumoren mit steigender Inzidenz auch in westlichen Ländern. Zu den Risikofaktoren gehören die Virushepatitiden B, C und D, Alkohol, hereditäre Ursachen, insbesondere die Hämochromatose, Diabetes mellitus, Übergewicht bei Männern und andere. Sie alle können zur Entwicklung einer Leberzirrhose und eines HCC beitragen. In Abhängigkeit von der Ätiologie kann das Fortschreiten der Lebererkrankung durch eine antivirale Therapie, Alkoholabstinenz, Aderlass etc. verhindert werden.

Darüber hinaus haben interessanterweise in den letzten Jahren einige Studien einen positiven Einfluss von Kaffeegenuss auf die Transaminasen sowie die Entstehung einer Leberzirrhose bzw. eines HCC dokumentiert. Dieser schützende Effekt war bei Alkoholkonsum und/oder chronischer Hepatitis-B-(HBV)- bzw. Hepatitis-C-Virus (HCV)-Infektion nachweisbar. In der Metaanalyse von Bravi et al. wurden die bisher publizierten Studien über den Zusammenhang zwischen Kaffeegenuss und HCC-Risiko analysiert. Den gesamten Bericht lesen Sie hier

„Die kranke Leber“ – Lebererkrankungen wie erkennen, wie behandeln?
Informationsveranstaltung am 15. Dezember 2007 im Uniklinikum Ulm

Obwohl die medizinische Klinik am Oberen Eselsberg für die Ulmer Bevölkerung etwas abseits liegt und trotz drittem Advent waren knapp 200 Interessierte in den Hörsaal gekommen. „Dies macht wieder einmal deutlich, wie notwendig solche Patiententage sind“, so Hermann Kuon, der Ansprechpartner der Hepatitis/Leber-Selbsthilfe Baden-Württemberg in seiner Begrüßung.

Den gesamten Bericht finden Sie hier.

Das „Hepatitis C – Patienten-Buch" – ab sofort lieferbar zu 17.80 Euro

Hepatitis C hat viele Gesichter. Einige Menschen können Jahre, ja Jahrzehnte mit ihrer Infektion leben, ohne Komplikationen zu erfahren. Andere werden schwer krank und eine Lebertransplantation ist unumgänglich. Ein Teil der Betroffenen kann geheilt werden, andere können immerhin ihr Leben auf die Krankheit einstellen. Die Autorin Christiane Herrmann war selbst an Hepatitis C erkrankt und engagierte sich in bewundernswerter Weise für andere Leidensgenossen. Die Buchvorstellung können Sie hier lesen.

In der neuen Ausgabe - Heft 4 / 2007 - der Mitgliederzeitschrift "Aktiv + Gesund" der IKK wird auf Seite 7 über unsere Selbsthilfe berichtet und auch über das Krankheitsbild "Hepatitis C" informiert. Diese Ausgabe erscheint Anfang Dezember und wird an die ca. 450 000 Mitglieder in Baden-Württemberg und Hessen versandt. Zusätzlich erhalten alle Regionaldirektionen in diesen beiden Ländern eine größere Anzahl zur Auslage in ihren einzelnen Häusern und Geschäftsräumen. Den Bericht können Sie hier lesen.

Zeitschrift für Gastroenterologie Ausgabe Oktober 2007

In dieser Ausgabe hat Prof. Dr. med. Christoph Sarrazin von der Mediz. Klinik I am Klinikum der J.W.Goethe-Universität Frankfurt einen Kommentar zu den Proteaseinhibitoren Telaprevir und Boceprevir in der Therapie der Chronischen Hepatitis C veröffentlicht, den wir mit seinem Einverständnis - herzlichen Dank - nachstehend hier wiedergeben.

Zeitschrift für Gastroenterologie Ausgabe Mai 2007

Nicht invasive Beurteilung des Leberfibrosestadiums mit der transienten Elastografie (FibroScan): Aktueller Stand und Perspektiven

M. Friedrich-Rust¹, S. Zeuzem¹
¹ Medizinische Klinik I, Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt am Main

Zusammenfassung
Die Kenntnis des Leberfibrosestadiums ist für die Einschätzung von Prognose und Verlauf und zur Beurteilung der Therapieindikation bei Patienten mit chronischen Lebererkrankungen von entscheidender Bedeutung. Die Leberbiopsie gilt immer noch als „Gold”-Standard zur Beurteilung des Leberfibrosestadiums. Allerdings ist die Leberbiopsie eine invasive Methode, deren diagnostische Genauigkeit durch Intra- und Inter-Beobachter-Variabilität und Variabilität der Proben eingeschränkt ist. In den letzten Jahren wurden vermehrt nicht invasive Marker und Verfahren zur Beurteilung des Leberfibrosestadiums evaluiert. Der FibroScan (Echosens, Frankreich) ist ein eigens zur Messung der Lebersteifheit (Liver Stiffness) entwickeltes Gerät, welches sich das Prinzip der transienten Elastografie zunutze macht. Inzwischen (Januar 2007) gibt es 20 Originalpublikationen und 76 Abstracts, in welchen der FibroScan bei verschiedenen Lebererkrankungen evaluiert wurde. Die vorliegende Arbeit gibt eine Übersicht über die bisher publizierten Daten. Die besten Ergebnisse des FibroScans finden sich für die Unterscheidung einer Leberzirrhose versus keiner Leberzirrhose. Durch die Kombination vom FibroScan mit Serumfibrosemarkern kann die diagnostische Genauigkeit auch für die Diagnose einer signifikanten Fibrose (Metavir F = 2) weiter optimiert werden. Ersten Studienergebnissen zufolge scheint der FibroScan auch zur Beurteilung des Therapieansprechens nach einer antiviralen Therapie bei chronischer Hepatitis C Verwendung zu finden. Daneben haben weitere Studien gezeigt, dass die FibroScan-Untersuchung auch zur Einschätzung des Auftretens von Komplikationen einer Leberzirrhose herangezogen werden kann.

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Cytopathologie - Sanfte Krebsdiagnostik

Professor Böcking ist einer der angesehensten Spezialisten für die Krebsfrüherkennung anhand von Zellen. In seinem Institut in Düsseldorf gehen täglich Proben ein, die Patienten mit einer kleinen Bürste, einer haarfeinen Nadel oder anderen schonenden Verfahren entnommen wurden. Am Mikroskop, am Computer und mit modernen chemischen Methoden untersucht Böcking die Zellen auf Anzeichen für Krebs. Häufig ersetzt diese Analyse herkömmliche Verfahren, für die dem Patienten Gewebe aus dem betroffenen Organ entnommen wird (Histologie). Bestätigt sich ein Krebsverdacht nicht, kann eine Operation oft vollständig vermieden werden. Der Begriff „Cytopathologie“ setzt sich zusammen aus den lateinischen Worten für „Zelle“ und „Lehre von den Leiden“ und beschreibt so bereits, worum es bei dieser Methode geht: Mit Hilfe von Körperzellen werden Patienten auf mögliche Leiden, also Krankheiten hin untersucht. Mund, Lunge, Schilddrüse, Prostata, Gebärmutter und die Leber sind einige der Organe, bei denen die Methode in Frage kommt. Dabei erreicht die vor rund 50 Jahren entwickelte Methode heute vereinzelt bereits höhere Treffsicherheiten als herkömmliche Methoden. Ein Vorteil der Cytopathologie ist dabei, dass die benötigten Zellen sehr unkompliziert und fast immer schmerzfrei gewonnen werden, da mittels einer minimal-invasiven Feinnadelpunktion unter Ultraschall- oder CT-Kontrolle lediglich Zellproben (kein Stanzgewebe) entnommen werden. Eine weitere Stärke dieser „sanften Krebsdiagnostik“ ist ihre hohe Vorhersagekraft: Bestimmte Krebsarten lassen sich damit bis zu fünf Jahre früher entdecken.

Um diese Krebsdiagnostik (Cytopathologie) breiteren Bevölkerungs- und Ärztekreisen bekannt zu machen, hat die GEK (Gmünder Ersatzkasse – www.gek.de) mit Prof. Böcking und weiteren Wissenschaftlern vor wenigen Tagen eine groß angelegte Studie zur Zuverlässigkeit und Effizienz der Methode im Vergleich zur Gewebeentnahme begonnen. Prof. Böcking hat uns in verschiedenen Gesprächen die Effizienz dieser Untersuchungsmethode zur Abklärung der Natur aller kleinen und großen Knoten (Raumforderungen) in der Leber, insbesondere des Verdachtes auf Metastasen bestätigt. Weitere Informationen erhalten Sie unter http://www.sanfte-krebsdiagnostik.de/
sowie unter
http://media.gek.de/downloads/magazine/GEK-Edition-Mit_Zellen_statt_Skalpell en.pdf - noch umfassendere Informationen sind dem Buch von Prof. Alfred Böcking: "Mit Zellen statt Skalpellen. Wie Cytopathologie Krebs frühzeitig und ohne Operation erkennen kann".
- ISBN 9-783865-4117782007 - 19,90 Euro – zu entnehmen."