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Am 20.11. 2007 ist der 8. Deutsche Lebertag
"Hand in Hand für eine gesunde Leber" lautet das diesjährige Motto. Die bundesweiten Aktionen an diesem Lebertag sollen die Bevölkerung auf Lebererkrankungen und ihre Folgen aufmerksam machen und informieren. Sie sollen gleichzeitig aber auch darauf hinweisen, dass gerade in Deutschland viele Anlaufstellen und Therapiemöglichkeiten für leberkranke Patienten bestehen.
So gibt es verschiedene spezialisierte Fachgesellschaften von Ärzten, Kliniken mit Fachabteilungen wie in der Stauferklinik, Mutlangen, oder im Ostalbklinikum, Aalen, weiterhin spezielle Leberambulanzen - beispielsweise in den Kliniken Ulm, Esslingen, Tübingen und Freiburg - sowie die Schwerpunktpraxen des Bundes niedergelassener Gastroenterologen – eine davon in Schwäbisch Gmünd; auch existieren Organisationen wie die Deutsche Leberhilfe e.V. und die Hepatitis-Selbsthilfe Baden-Württemberg, die Patienten ergänzend zum Arztgespräch informieren und eine Bewusstseinserweiterung in der Bevölkerung erreichen wollen.
Denn noch immer gibt es hartnäckige Vorurteile, dass Leberkrankheiten selbstverschuldet und nur ein Problem von Randgruppen seien. Doch diese können Jede(n) treffen, unabhängig von der Lebenslage und den Lebensgewohnheiten.
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Viele Bundesbürger sind leberkrank, ohne etwas davon zu ahnen. Leberkrankheiten verlaufen oft jahrelang stumm und ohne Symptome; erhöhte Leberwerte können ein erstes Warnzeichen sein und sollten grundsätzlich abgeklärt werden. Leider ist dies nicht immer der Fall. Viele Hausärzte entlassen ihre Patienten mit der Empfehlung „Trinken Sie weniger Alkohol, dann wird das schon wieder“, ohne weitere Untersuchungen zu veranlassen. So verlieren viele Patienten wertvolle Zeit – manchmal Jahre, manchmal sogar Jahrzehnte – bis eine Diagnose gestellt wird. Unbehandelt können Leberkrankheiten bis zur Zirrhose und Leberkrebs voranschreiten. Eine geeignete Therapie kann dies oft verhindern.
Wichtig ist auch, dass ein partnerschaftlicher, gleichberechtigter Umgang zwischen Arzt und Patient stattfindet. Erfahrungsgemäß funktioniert die Zusammenarbeit dann viel besser und die Therapieerfolge sind deutlich höher. Nur in einer vertrauensvollen Arzt-Patienten-Beziehung lässt sich die Therapie individuell anpassen, sodass alle aktuellen medizinischen Möglichkeiten voll ausgeschöpft werden können.
Aus diesem Grund werden im ganzen Bundesgebiet rund um den 20. November Aktionen und Arzt-Patienten-Seminare veranstaltet, auf denen sich Betroffene, Angehörige und Interessierte über Leberkrankheiten und ihre Behandlung informieren können, in Ulm beispielsweise am Samstag, 15.12. von 9.30 – 13 Uhr im Hörsaal der Inneren Medizin I am oberen Eselberg.
Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.lebertag.org/newsview.php?clicked=0&sen=1&news=4
Das Robert Koch-Institut (RKI) hat nach FOCUS-Informationen erstmals eine
Rangfolge der gefährlichsten Infektionskrankheiten erstellt. Hinter den
Influenzaviren folgen der Hepatitis C-Erreger und der Krankenhauskeim MRSA
(der Methicillin-resistente Staphylococcus aureus). „Angesichts begrenzter
Ressourcen müssen wir Prioritäten setzen“, begründete der Abteilungsleiter
für Infektionskrankheiten im RKI, Gérard Krause, die 85 Erreger umfassende
Liste. Die ersten 28 Erreger der Liste haben für die Experten „Priorität“.
Die komplette Liste siehe hier.
Frau Dr. Forestier hat auf unsere Rückfrage am 22.1.2007 wie folgt geantwortet: "An der nächsten Studie (Triple-Therapie) mit Telaprevir (VX-950), PEG-IFN und Ribavirin können nur IFN-Kombi-Nonresponder und -Relapser teilnehmen, an der Studie (ebenfalls Triple-Therapie) mit SCH503034, PEG-IFN und Ribavirin nur therapienaive Patienten. Beide Studien werden voraussichtlich ab März 2007 in Frankfurt anlaufen. Ich werde beide Projekte betreuen, interessierte Patienten können sich direkt per e-mail an mich wenden oder telefonisch unter unten angegebener Nummer ( unser Studiensekretariat in Frankfurt) melden. Herr Prof. Dr. Stefan Zeuzem ist ab 01.01.2007 wieder in Frankfurt.
Anschrift: Dr. Nicole Forestier, Department of Medicine I, J. W. Goethe University Hospital, Theodor-Stern-Kai 7, 60590 Frankfurt
Arzt-Patienten-Seminar
„Wenn die Leber leidet“ – Lebererkrankungen wie erkennen, wie behandeln?
Informationsveranstaltung am Sa, 16.6.2007, von 9.30 Uhr - 13.00 Uhr im
Forum am Schlosspark in Ludwigsburg
Es war eine tolle Erfahrung, eingebettet in den 3tägigen Ärztekongress der
Südwestdeutschen Gastroenterologen diese Vortragsveranstaltung organisieren und durchführen zu können.
Über 100 Interessierte lauschten den fachlich ausgezeichneten und mit
informativen Fotos und Grafiken unterlegten Erläuterungen der einzelnen
Referenten, die - ausgenommen Dr. Trein (er betreut an einer Stuttgarter
Gemeinschaftspraxis HIV-, HBV- und HCV-Kranke) - alle als Chefärzte der
Inneren Medizin in umliegenden Kliniken tätig sind. Von der Möglichkeit,
ganz persönliche Fragen zu stellen, wurde ausreichend Gebrauch gemacht.
In seiner Begrüßung wies Hermann Kuon, der Ansprechpartner der
Hepatitis/Leber-Selbsthilfe Baden-Württemberg besonders auf die Bedeutung
der Leber für den Menschen hin: „Leberleiden gehören zu den häufigsten
Organerkrankungen. Über 3,5 Millionen Menschen in Deutschland sind
leberkrank. In Baden-Württemberg erreichen täglich mehr als 50 Leberkranke
das fortgeschrittene Stadium der Leberzirrhose. Patienten mit Leberzirrhose
haben ein um bis zu 40mal höheres Risiko, an Leberkrebs zu erkranken. Da die
Leber jedoch nicht schmerzt, werden Lebererkrankungen selten in einem frühen
Stadium festgestellt und behandelt ...“ Er appellierte an die Ärzte, sich
trotz der wirtschaftlichen Zwänge die Zeit zu nehmen, den Patienten
anzuhören, selbst wenn – dies ist in der Tat ein Dilemma – das Gespräch mit
dem Patienten für den Arzt in finanzieller Hinsicht trotz Gesundheitsreform
nach wie vor ein Verlustgeschäft ist. Auch die Compliance des Behandelten,
das heißt, die Bereitschaft, am Genesungsprozess mitzuarbeiten und die
medizinische Empfehlung zu befolgen, lag ihm am Herzen. Ohne Compliance des
Patienten können Medizin und Ärzte wenig bewegen. Wichtige Voraussetzung
dafür ist ein aufgeklärter Patient. Doch selbst wenn sich der Arzt über
Gebühr Zeit nimmt, versteht der Patient den Medizinjargon oft nicht oder hat
Hemmungen, dezidiert nachzufragen.
Umso wichtiger sind daher solche Arzt-Patienten-Seminare, um Betroffenen,
ihren Angehörigen und Interessierten in verständlicher Form die für seine
Gesundung notwendigen, wesentlichen Informationen zu vermitteln.
Prof. Karel Caca, medizinischer Leiter der Veranstaltung und Chefarzt Innere
Medizin am Klinikum Ludwigsburg, gab einen Programm-Überblick und ermunterte
die Anwesenden, bereits zu den einzelnen Vorträgen ihre Fragen zu stellen.
Zudem stünden nochmals alle Referenten bei der abschließenden
Diskussionsrunde den Teilnehmern zu Auskünften bereit und auch in der Pause
seien Einzelgespräche möglich.
Prof. H.W. Klinker von der Uni-Klinik, Würzburg begann mit der
hochinfektiösen Hepatitis B, die über den Blutweg sowie häufig auch beim
Geschlechtsverkehr übertragen wird. Ziel der Behandlung ist die
Progressionshemmung, um eine Zirrhose mit Dekompensation und ein
hepatozelluläres Karzinom (HCC) zu verhindern, denn jeder Dritte entwickelt
eines der beiden im Verlauf der Erkrankung. Erreicht wird dies durch die
dauerhafte Reduktion der Viruslast unter 1.000 Kopien/ml. Dies bedeutet,
nicht mehr die Transaminasen-Werte, sondern die Kopienzahl an HBV-DNA im
Serum ist entscheidend. So sind mehr als 10.000 Kopien/ml das Signal für den
Therapiestart. Behandelt wird je nach individueller Situation mit
pegyliertem Interferon 1mal die Woche oder den Nukleosidanalogea, diese
erforderlichenfalls auch in Kombination, um die Resistenzentwicklung zu
vermeiden. Zugelassen sind Lamivudin, Adefovir, Entecavir und Telbivudin.
Mit der Aussage „Die Hepatitis-B-Impfung ist die erste Impfung gegen Krebs“,
machte Prof. Klinker deutlich, wie wichtig diese präventive Maßnahme ist.
Dr. Andreas Trein, seit vielen Jahren tätig in einer Gemeinschaftspraxis in
Stuttgart, nahm sich der vielfach noch unerkannten, zu beginn meist
schleichend verlaufenden Hepatitis C an. Den Schwerpunkt seines Vortrages
legte er auf die Übertragungswege, die Frage wer sollte, muss therapiert
werden sowie die Individualisierung der Behandlung. Im Gegensatz zu der Zeit
vor 1998, als Bluttransfusionen noch die größte Gefahrenquelle darstellten,
beschränken sich die Übertragungsrisiken auf den Spritzentausch bei
Drogenkonsum, auf unsaubere Bestecke bei Tätowierungen, Piercings und
Akupunktur sowie mangelhafte Hygiene bei chirurgischen Eingriffen wie auch
Endoskopien. Das Schnupfen von Drogen mit dem Weiterreichen des
Inhalationsröhrchens beinhaltet ebenfalls ein Infektionsrisiko. Dr. Trein
konnte dabei aus seinem reichen Erfahrungsschatz von ihm behandelter
Patienten, die überwiegend aus dem Drogen- und Suchtbereich kommen,
schöpfen.
Es folgten die Vorträge „Chronische Gallengangsentzündungen – PSC und PBC“
von Prof. Dr. H.G. Leser, Chefarzt Innere Medizin am Krankenhaus Böblingen,
sowie „Fettleber und Eisenspeichererkrankung“ von Prof. Dr. E. Walter,
Chefarzt Innere Medizin am Krankenhaus Donaueschingen, über die wir noch im
Einzelnen berichten werden. In der Pause nutzten viele Teilnehmer die
Gelegenheit zu Einzelgesprächen mit den Referenten.
Prof. Dr. Walker, Chefarzt Innere Medizin des Klinikums Bietigheim erläuterte anschließend,
welche Folgen im Stadium der Leberzirrhose auftreten können und wie hoch
dann auch das Risiko des Leberkarzinoms ist und Josef Theiss schilderte als
Betroffener seine Erfahrungen vor, während und nach der Transplantation.
Sein besonderer Appell galt der Organspende und der Bereitschaft einen
Spenderausweis auszufüllen. Denn an Organen herrscht großer Mangel und fast
die Hälfte der Patienten, die dringend eine neue Leber benötigen, versterben
auf der Warteliste. Übrigens: selbst HCV-Kranke können Organe spenden,
allerdings nur an ebenfalls HCV-Infizierte.
Hier finden Sie Poster und Flyer der Veranstaltung.
Vortrag bei der SHG Mannheim/Ludwigshafen
Dr. Stephan Vetter vom Klinikum der Stadt Ludwigshafen (Leberambulanz der Med. Klinik C) referierte am 5. Juni 2007 über das Thema "Therapie der chronischen Hepatitis C- Update 2007" - den informativen, gut verständlichen Bericht, aufgezeichnet von Margrit Gräser, der SHG-Leiterin, finden Sie unter
www.hepatitis-c-online.de/referateindex.htm
Arzt Patienten Seminar am Sa, 31.3.2007 von 9 – 12.30 Uhr im
Katharinenhospital Stuttgart
Die Leber schmerzt nicht. Das ist das Tückische daran. So werden oftmals
erste Zeichen einer Entzündung nicht wahrgenommen, zumal Symptome wie
Müdigkeit, Juckreiz, Abgeschlagenheit, Leistungsminderung und
Konzentrationsstörungen auch von anderen Krankheiten verursacht werden
können. Wird dann, meist nach einer Ärzte-Odyssee, die wahre Ursache der
Erkrankung gefunden, ist oftmals die Leberschädigung schon weit
fortgeschritten. Umso wichtiger ist es, sich frühzeitig über dieses Organ,
seine Aufgaben und die möglichen Ursachen und Folgen der Erkrankung zu
informieren. Eine gute Gelegenheit dazu bot sich bei einer von der
Hepatitis-Selbsthilfe Ostalb organisierten Vortrags-Veranstaltung am
Samstag, 31. März im Katharinenhospital in Stuttgart.
Bereits in der Begrüßung machte Hermann Kuon, der Ansprechpartner der
Hepatitis-Selbsthilfe und der deutschen Leberhilfe in Baden-Württemberg
deutlich, wie wichtig, vielfach entscheidend die Kommunikation Arzt-Patient
für die richtige Diagnose, die Therapietreue und die erfolgreiche Behandlung
ist. Künftig müsse wieder das Gespräch zwischen dem Arzt und dem Patient
eine zentrale Rolle spielen und finanziell besser honoriert werden. Auch
alternative Heilmethoden müssten für alle Patienten gleichermaßen zugänglich
sein. Nahezu alle naturheilkundlichen Arzneimittel seien nicht mehr
verschreibungspflichtig und werden daher den gesetzlich Krankenversicherten
nicht mehr erstattet. Auch die seit April gültige Gesundheitsreform habe in
diesem Punkt keine Verbesserungen gebracht.
Über 100 Interessierte, knapp die Hälfte davon aus dem Ostalbkreis, hatten
sich zu diesem Arzt-Patienten-Seminar im Hörsaal der Inneren Medizin
eingefunden. Prof. Andus, Chefarzt der Inneren Medizin am Klinikum Bad
Cannstatt, informierte über den Verlauf der in 5 – 10% chronisch werdenden
Hepatitis B Infektion, die unbehandelt - individuell unterschiedlich
schnell - zu Leberzirrhose und Leberkrebs führen kann. Therapieziel ist, die
Anzahl der Viren wesentlich zu vermindern und auf einem niedrigen Niveau zu
halten. Eine Heilung ist trotz neuer Medikamente, die als oral einzunehmende
Tabletten die Vermehrung der Viren hemmen, nur bei etwa einem Viertel der
Behandelten möglich. Doch senken diese Medikamente deutlich die Entzündung
und damit das Risiko von Spätfolgen. Außerdem kann eine Infektion durch die
frühzeitige Schutzimpfung (möglichst schon im Babyalter) vermieden werden.
Ob ein ausreichender Immunschutz vorhanden ist, ist jederzeit anhand der
HBs-Antikörper im Blut nachprüfbar. Es sollte ein Wert von 100 IU/l oder
höher vorliegen. Man geht davon aus, dass diese Personen für wenigstens 10
Jahre geschützt sind. Fällt die Anti-HBs-Bestimmung niedriger aus, sollte
eine weitere bzw. Auffrischungs-Impfung durchgeführt und erneut eine Testung
vorgenommen werden. Im Zuge der Gesundheitsreform wird zudem ab 1.7.
geklärt, ob die HAV/HBV-Impfung künftig auch für gesetzlich
Krankenversicherte kostenfrei ist.
Mit Prof. Maier, dem Leiter des Leberzentrums Esslingen, referierte ein
ausgesprochener Leberexperte zur Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus. Das
Hauptproblem liegt in der hohen Mutationsrate, das heißt, die Viren werden
resistent und entziehen sich der Immunabwehr. Über 80% der Infizierten
entwickeln so einen chronischen Verlauf, der inzwischen zum größten Anteil
der Ursachen für eine Lebertransplantation geführt hat. Immer mehr setzt
sich bei dieser gefährlichen, vielfach jedoch verharmlosten und selbst in
Ärztekreisen wenig bekannten Virusinfektion eine für jeden Patienten
"maßgeschneiderte" Behandlungsdauer durch. Diese variiert je nach
genetischem Typ des Virus, der Virusmenge sowie der Leberschädigung zwischen
14 und 72 Wochen. Entscheidend ist die initiale Verminderung der Virusmenge
in den ersten Wochen der Therapie. Trotz intensiver Forschung kann nach wie
vor nicht auf die Injektion mit Interferon verzichtet werden und die
inzwischen entwickelten Virushemmer sind nur zusammen mit Interferon und nur
im Rahmen von Studien an ausgewählten Kliniken einsetzbar. Im Idealfall
werden mehr als die Hälfte aller Patienten durch diese teilweise mit
unterschiedlich starken Nebenwirkungen verknüpfte Behandlung virusfrei.
Welche Ursachen führen noch zu chronischen Leberentzündungen? Dazu sprach
Dr. Fröhlich, Chefarzt der Inneren Medizin am Karl-Olga-Krankenhaus
Stuttgart. Wesentlich sind autoimmune Vorgänge sowie
Fettstoffwechselstörungen, die auch ohne Alkoholkonsum zu schweren
Leberschäden führen können. Die Fachbezeichnungen lauten Autoimmunhepatitis,
primär sklerosierende Cholangitis, primär biliäre Cirrhose sowie (nicht)
alkoholische Fettleber (ASH und NASH). Während das strikte Vermeiden von
Alkohol unverändert als Mittel der Wahl bei der alkoholischen Hepatitis gilt
und auch im Spätstadium der Erkrankung noch nützt, können die autoimmunen
Lebererkrankungen inzwischen mit Tabletten gut behandelt werden. Und diese,
durch autoimmune Reaktionen ausgelöste Entzündungen, das sind neue,
interessante Erkenntnisse, verlaufen bei Frauen meist weit schwerer als bei
Männern, während es bei viraler Ursache genau umgekehrt ist.
Mit welchen Spätfolgen und Komplikationen Patienten mit einer
fortgeschrittenen Leberschädigung rechnen müssen, darüber klärte Prof.
Zoller, Chefarzt der Inneren Medizin am Katharinenhospital Stuttgart, auf.
Es sind dies vor allem die Bauchwassersucht (Aszites), die
Gehirnfunktionsstörung (Enzephalopathie) und die Blutung aus Blutadern aus
der Speiseröhre, den Ösophagusvarizen. Patienten im Stadium der
Lebercirrhose sollten regelmäßig gastroskopiert werden, da nachgewiesene
Venen in der Speiseröhre einer vorsorglichen Behandlung zur Verhütung der
Blutung gut zugänglich sind. Hinsichtlich der Bauchwassersucht, die bei etwa
60 % der Leberzirrhotiker auftritt, ist die Beschränkung der Kochsalzzufuhr
und eine langsame, geduldige Behandlung mit niedrigen Dosen von
wassertreibenden Medikamenten sowie die Einschränkung der Flüssigkeitsmenge
wichtig.
Was sollen, was dürfen, was können Leberkranke essen? Die immer noch, selbst
in Fachbüchern erwähnte Leberdiät ist nur selten erforderlich. Im Gegenteil.
Schwer Leberkranke sind vielfach kalorien- und eiweißverarmt, das heißt, bei
ihnen kommt es durch Appetitlosigkeit, einseitige Ernährung und gestörte
Verstoffwechslung zu Mangelzuständen. Eine ausgewogene, vitalstoffreiche
Ernährung mit „lebendigen“ Lebensmitteln, der Verzicht auf Alkohol und
Rauchen und bei Fettleber Gewichtsreduktion durch tägliche, moderate
Bewegung sind in der Regel ausreichend. Da die Leber nachts ihre maximale
Tätigkeit entfaltet, sollten Leberzirrhotiker besonders am Abend
hochkalorische Nahrung zu sich nehmen. Dies waren die Kernaussagen Dr.
Mühlhöfers, Gastroenterologe in einer Gemeinschaftspraxis in Stuttgart.
Übrigens: auch Ärger und Stress tun der Leber nicht gut.
Trotz eigener und ärztlicher Bemühungen schreitet in nicht wenigen Fällen
der fibrotische Umbau voran und die Leber verliert ihre entgiftende
Funktion. Als letzter Ausweg bleibt die Lebertransplantation, aus Sicht des
erfahrenen Organ-Chirurgen inzwischen fast schon eine „Standard“-Operation.
Die statistische 5-Jahres-Überlebensrate von Transplantierten beträgt über
70 %. Doch die Zahl der Patienten, die eine Leber benötigen, ist wesentlich
höher, als die Zahl der gespendeten Organe, sodass trotz der
organisatorischen Verbesserungen durch die Zentralfunktion von Europlant die
Sterberate von Patienten auf der Warteliste nur unwesentlich gesenkt werden
konnte. Dabei haben laut Umfragen mehr als 80 Prozent der Deutschen eine
positive Einstellung zur Organspende. Aber nur zwölf Prozent haben einen
Organspendeausweis und dies, obwohl das für viele so heikle Thema in
Deutschland sensibel geregelt ist und die Einwilligung zur Organspende
jederzeit widerrufen werden kann. Auch Leberkranke können Spender für andere
Organe sein. Lediglich bei Virusträgern sind Einschränkungen zu beachten.
Prof. Steurer, OA der Chirurgischen Universitätsklinik Tübingen, machte Mut.
Die Operationstechniken, die Möglichkeit der Leberlebendspende, die
Injektion mit Leberzellen, neue, verträglichere Medikamente nach der
Operation, all diese positiven Fortschritte sind unübersehbar. Wo sich noch
zu wenig getan hat, ist die Bereitschaft, Organe zu spenden.
So appellierte Prof. Maier nach einer lebhaften Diskussionsrunde in seinem
Schlusswort an die Teilnehmer, im Bekannten- und Freundeskreis auf die
Möglichkeit der Organspende und die Deutsche Stiftung Organtransplantation
(DSO) mit Sitz in Neu-Isenburg aufmerksam zu machen.
Als Fazit einer außerordentlich gut besuchten, informativen und auch für
Laien gut verständlichen Vortragsveranstaltung bleibt: Lebererkrankungen
sind heilbar. Entscheidende Voraussetzungen hierfür sind die frühzeitige
Diagnose, eine individuell zugeschnittene Therapie und ein gutes
Arzt-Patient-Verhältnis. Solche Arzt-Patienten-Seminare sind ideale
Gelegenheiten, Erstkontakte zum später möglicherweise behandelnden Arzt
aufzunehmen, Antworten auf ganz persönliche Probleme zu erhalten und sich
ein Netzwerk mit von gleicher Erkrankung Betroffenen aufzubauen.
Neue Therapieansätze für HCV-NON-Responder und Relapser
Sehr geehrte Frau Dr. Friedrich-Rust,
1. Gibt es schon abschließende Ergebnisse zu Amantadin? Sinnvoll für diese Patienten? Nur im Rahmen von Studien?
2. Protease-Inhibitor: Wie weit sind die Studien (Phase II ?) für VX-950 und SCH 503034? Welche der beiden scheint effektiver und früher verfügbar? An welchen Kliniken finden Studien mit diesem Konzept statt?
3. Polymeraseinhibitor: wie weit sind die Studien mit NM283? Effektiver und zeitlich früher verfügbar für den Einsatz bei NON-Respondern und Relapsern? Für alle GT's ?
4. Toll-like-rezeptorantagonisten: nur in Verbindung mit Interferon oder auch Mono? Ist Studien-Phase II schon angelaufen? Wie sehen Sie den Zeitrahmen dafür?
Andauernde (persistierende) Virusinfektion trotz SVR?
Wie sicher kann man also wirklich sein, dass man bei einem SVR nicht nur „scheinbar“ geheilt ist?
Eine im April 2006 in der Fachzeitschrift "Medizinische Klinik" auf den Seiten 378-383
veröffentlichte Übersichtsarbeit von Henning R. Gockel, Jan Heidemann und Norbert Lügering mit
dem Titel „Viruspersistenz bei Hepatitis C - Lebenslange Infektion trotz Therapie?“ versucht
darauf eine Antwort zu geben.
Trotz guter Langzeitergebnisse hinsichtlich Virämie, Leberhistologie und -enzymen bei antiviral behandelten Patienten, die die Kriterien eines dauerhaften virologischen Ansprechens erfüllen, gelingt eine vollständige Elimination der Hepatitis-C-Viren (HCV) in der Regel nicht. Neben dem Lebergewebe konnten die mononukleären Zellen des peripheren Blutes (PBMC) als Orte der HCV-Persistenz nachgewiesen werden, und es wird vermutet, dass es weitere extrahepatische Kompartimente im Wirtsorganismus gibt, in denen replikationsfähige Viruspartikel trotz scheinbar erfolgreicher antiviraler Therapie verbleiben.
Das Problem der Existenz kleiner Mengen potentiell replikativer Viren tritt auch bei der okkulten Hepatitis C auf, einer Konstellation, bei der Anti-HCV-Antikörper und HCV-RNA im Serum fehlen, aber HCV-RNA im Lebergewebe und meist auch in PBMC vorhanden ist.
Schlussfolgerung
Viren töten mit dem Zapper (http://www.drclark.de/german/zappertext.htm) ?
Prof. Bartenschlager antwortet am 29.7.2006 auf unsere Fragen
Lieber Prof. Bartenschlager,
seit vielen Jahren u.a. in von ihr herausgegebenen Büchern wird seitens dieses Zentrums http://www.drclark.de/german/zappertext.htm behauptet,
dass Bakterien, Parasiten und auch
Lieber Herr Kuon,
Hämochromatose Selbsthilfegruppe (HvD) Stuttgart
„Bei der Hämochromatose oder Eisenspeicherkrankheit wird überschüssiges Eisen nicht ausgeschieden, sondern im Körper abgelagert. Dadurch können Organe geschädigt werden, in erster Linie die Leber. Die Krankheit kann nur auftreten, wenn bestimmte erbliche/genetische Voraussetzungen vorliegen, und ist nur durch Abbau des Eisendepots behandelbar.
44 Teilnehmer/innen waren gekommen. Dr. Mathias Respondek zeigte sehr verständlich Funktion und mögliche Schäden der Leber auf. Er verwies auf die negativen Folgen von zu viel Eisen auf die Leber. Wichtig ist daher eine möglichst frühe Erkennung. Bereits bei Ferritinwerten von 150 ng/l, die ohne genetisches Merkmal unbedenklich sind, rät er zur Abklärung dieser möglicherweise vererbten genetischen Störung. Wurde Hämochromatose festgestellt, sollten auch die Kinder den Gentest durchführen und, wenn positiv, regelmäßig auf erhöhte Eisenwerte untersucht werden.
Frau Dr. Angela Schabel sprach über die Therapiemöglichkeiten. Der schon im Altertum praktizierte Aderlaß ist die erste Massnahme, um möglichst schnell den überhöhten Eisenbestand im Körper abzubauen und dadurch eine Organschädigung zu vermeiden. Ein hoher Ferritingehalt bedingt am Anfang wöchentlichen Aderlaß mit bis zu 750 ml. Nicht jeder Patient hat die Konstitution, das entnommene Blut problemlos zu ersetzen. Daher gibt es heute als Behandlungsalternative das schonende Verfahren der Apharese. Hierbei wird dem Körper portionsweise Blut entnommen, zentrifugiert - dabei wird das Eisen entfernt - und das Plasma dem Körper wieder zurückgeführt. In dieser Form ist es möglich, in kürzerer Zeit und weniger belastend für den Patienten den Eisenspeicher abzubauen.
Frau Dr. Barbara Butzeck, die Vorsitzende der HvD aus Köln informierte über neue Erkenntnisse, die Situation der Hämochromatosekranken im Gesundheitssystem und über den internationalen Erfahrungsaustausch. Viel zu schnell ging ein sehr interessanter Vortragsabend, bei dem auch die Fragen der Teilnehmer erschöpfend beantwortet wurden, zu Ende.“
PBC-Selbsthilfegruppe Stuttgart
Am Montag, 20. November 2006 fand unter dem Motto „Die Leber geht stiften“ bundesweit der 7. Deutscher Lebertag mit vielen Aktionen, Vortragsveranstaltungen und Arzt-Patienten-Seminaren statt.
Bei bis zu 80 Prozent der Infizierten nimmt die Entzündung einen chronischen Verlauf: Das Virus befällt fortwährend neue Leberzellen. Diese sterben ab und werden durch Narbengewebe ersetzt. Im Frühstadium dieser Vernarbung sprechen Ärzte von Leberfibrose, später von Leberzirrhose. Das geschieht bei rund jedem dritten Betroffenen.
Das Hepatitis-C-Virus verbreitet sich über Blut. Den häufigsten Übertragungsweg stellen verunreinigte Spritzen dar. Auch unsteriles Werkzeug beim Tätowieren oder Ohrlochstechen kann dem Virus beim Wirtswechsel behilflich sein. Eine Übertragung über offene Wunden sei ebenfalls denkbar.
Unwahrscheinlich ist die Übertragung durch Geschlechtsverkehr - zumindest so lange die Sexualpraktiken unblutig sind. Eine Übertragung des Virus über intakte Haut oder Speichel ist bisher nicht bekannt. Viele Virusträger haben sich in früheren Jahren durch Blutspenden mit dem Virus angesteckt. Das Risiko einer Hepatitis-C-Infektion durch eine Bluttransfusion ist dank moderner Testverfahren heute jedoch minimal.
Hermann Kuon rät allen, die eines der beschriebenen Symptome an sich feststellen und vor 1991/92 eine Bluttransfusion erhalten haben, zu einer Blutuntersuchung. Gelingt dabei der Nachweis von Antikörpern gegen das Virus, schließen sich weitere Tests und die Therapie an.
Anders als bei Hepatitis A oder B gibt es bisher keine Impfung gegen Hepatitis C.
Je früher die Leberentzündung erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen.
Bei einer akuten Hepatitis C kann durch eine sofort begonnene Therapie mit Interferon ein chronischer Verlauf häufig verhindert werden, zumal nur bei etwa 20% es das Immunsystem schafft, die Infektion komplett auszuheilen.
Wird diese chronisch, sind die Chancen der Heilung zwar gemindert, doch mit der Standard - Kombinationstherapie aus so genanntem pegylierten Interferon alpha und dem antiviralen Wirkstoff Ribavirin hat sich inzwischen die Erfolgsrate auf über 50 Prozent erhöht. Die Behandlung dauert zwischen 24 und 48 Wochen.
Mit der Einführung neuer Medikamente, sogenannter Protease-/ Polymerasehemmer, die das Virus direkt attackieren, könnten die Chancen sogar auf 80 Prozent steigen. Allerdings dürfte dies frühestens in etwa fünf Jahren soweit sein und vermutlich wird Interferon zusätzlich benötigt.
HCV-Selbsthilfegruppe Reutlingen
Am 1.10.2006 war Welt-Hepatitis-Tag. Selbsthilfeorganisationen auf der ganzen Welt haben über die verschiedenen Formen der Hepatitis informiert.
Arzt-Patienten-Seminar am 17.05.2006 im Prediger (Refektorium), Schwäbisch Gmünd
Lebererkrankungen sind heilbar
„Bei unklaren Beschwerden immer auch an die Leber denken“ und „Frühzeitig erkannt sind chronische Leberentzündungen heilbar“, dies waren die wichtigsten Aussagen eines hoch interessanten, gut besuchten Arzt-Patienten-Seminars am vergangenen Mittwochabend im Refektorium des Predigers in Schwäbisch Gmünd.
Bereits in der Begrüßung machte Hermann Kuon, der Ansprechpartner der Hepatitis-Selbsthilfe und der deutschen Leberhilfe in Baden-Württemberg deutlich, dass grundsätzliche Reformen unseres Gesundheitssystems überfällig sind. In vielen Bereichen hätten sich Strukturen gebildet, die überflüssig sind. Dazu komme ein Verwaltungsaufwand, der längst auch die Ehrenamtlichen in der Selbsthilfe gegen Papierberge ankämpfen lässt und von ihrer eigentlichen Aufgabe abhält. Ein Wust von Formularen, Bestimmungen und Verordnungen erwarte den Engagierten und lasse ihn alsbald resignieren. Künftig müsse wieder das Gespräch zwischen dem Arzt und dem Patient eine zentrale Rolle spielen. Gerade die Kommunikation Arzt-Patient ist wichtig, vielfach entscheidend für die richtige Diagnose, die Therapietreue und die erfolgreiche Behandlung. Alternative Heilmethoden müssten für alle Patienten gleichermaßen zugänglich sein. Nahezu alle naturheilkundlichen Arzneimittel seien nicht mehr verschreibungspflichtig und werden daher den gesetzlich Krankenversicherten nicht mehr erstattet.
Die Leber schmerzt nicht. Das ist das Tückische daran. So werden oftmals erste Zeichen einer Entzündung nicht wahrgenommen, zumal Symptome wie Müdigkeit, Juckreiz, Abgeschlagenheit, Leistungsminderung und Konzentrationsstörungen auch von anderen Krankheiten verursacht werden können. Umso mehr ist daher der Hausarzt als erster Ansprechpartner des Kranken gefordert. Dr. Peter Högerle, Allgemeinarzt und Vorsitzender der Kreisärzteschaft, zeigte auf, welche diagnostischen Schritte sinnvoll und weiterführend sind. Um die Weichen richtig zu stellen und gleichzeitig die Kosten möglichst gering zu halten, empfiehlt sich ein schematisches, qualitätsgesichertes Vorgehen. Dazu gehören eine ausführliche Anamnese mit körperlicher Untersuchung sowie organspezifische Blutwerte. Je nach dem Ergebnis seiner Erhebungen überwacht er zunächst den Verlauf der Erkrankung selbst oder überweist den Patienten an den Spezialisten. Doch auch in diesem Fall bleibt er als medizinischer Lotse in die weitere Behandlung eingebunden, betreut den Patienten in psychosozialen und sozialrechtlichen Fragen und bezieht gegebenenfalls auch die Familie und das Umfeld mit ein.
Die Ursachen für eine Lebererkrankung sind vielfältig. Nur in der Hälfte der Fälle spielt dabei Alkohol eine Rolle. Weitere Gründe sind chronische Virusinfektionen, Übergewicht sowie Stoffwechsel- und Autoimmunkrankheiten. Die Aufgabe des Spezialisten ist es, heraus zu finden, wodurch die Entzündung ausgelöst wurde. Nicht alle Untersuchungsmethoden sind komplikationslos. Dr. Georg Arbter, der leitende Arzt des Schwerpunkts Gastroenterologie am Klinikum Schwäb. Gmünd geht daher stufenweise vor. Bei der Wahl der Diagnose-Methoden entscheidet er sich in ihrer Reihenfolge für die, die den Patienten bei der weiteren Abklärung möglichst wenig belasten und trotzdem effektiv sind. So kann zum Beispiel mit einem neuen Gerät durch den Rückhall von Impulswellen auf die Verfestigung der Leber und deren Bindegewebsanteil (Fibrose / Zirrhose) geschlossen werden. Dieses Verfahren gibt, ohne invasiv Lebergewebe zu entnehmen, Aufschluss über den Grad der Leberschädigung und eignet sich besonders zur Verlaufsbeurteilung.
Leberzirrhose entsteht, wenn Leberzellen sterben, der Körper mit der Bildung neuer funktionsfähiger Zellen überfordert ist und dafür knotiges Bindegewebe wächst. Je früher ein Leberschaden entdeckt wird, umso größer sind die Chancen der Heilung. Dies gilt besonders für den Leberkrebs. Darüber informierte Dr. Holger Hebart, der Chefarzt des Zentrums Innere Medizin. Entscheidend ist die Lage, Größe und Anzahl der Tumore. Neben der chirurgischen Resektion, dem Verbrennen von Krebszellen mittels Radiowellen und dem Einspritzen von konzentriertem Alkohol in die Krebsgeschwulst, kann jetzt auch medikamentös vorgegangen werden. Mit Sorafenib, einem in den USA bereits zugelassenen Arzneimittel, konnten im Rahmen von Studien auch in Deutschland eindrucksvolle Erfolge erzielt werden. Dr. Holger Hebart bot an, Krebspatienten, wenn sie wünschen, an diese Behandlungs-Zentren zu überweisen.
Für Hepatitis-C-Patienten ist die Interferon-Therapie mitunter sehr belastend und führt immer wieder zu einschneidenden Blutbildveränderungen, sodass ein Therapieabbruch droht. Zirrhose-Patienten können oftmals in diesem Stadium nicht mehr behandelt werden. Selbst in solchen Situationen kann die Naturheilkunde unterstützend eingreifen, die Abwehrkräfte stärken und zumindest die Lebensqualität verbessern. Dr. Gisela Schneider schliesst in ihre Behandlung nicht nur das betroffene Organ, sondern den ganzen Menschen mit seinen körperlichen, seelischen und geistigen Aspekten ein. Die Leber ist zwar das Hauptorgan des Stoffwechsels, doch je besser die anderen Organe des Verdauungssystems arbeiten, desto mehr entlasten sie die Leber. Wichtig ist vor allem ein gut funktionierender Dünndarm. Ganzheitlich betrachtet kommt dem harmonischen Rhythmus große Bedeutung zu. Die Leber, die nachts ihre maximale Tätigkeit zeigt, steht im Gleichgewicht mit der Galle, die tagsüber ihre Wirkung entfaltet. Während sich in der Leber vor allem regenerierende und aufbauende Vorgänge abspielen, sind es in der Galle überwiegend Abbauprozesse. Eine ausgewogene, vitalstoffreiche Ernährung mit „lebendigen“ Lebensmitteln - möglichst naturbelassen, aus regionalem Anbau und immer dann, wenn diese Saison haben bzw. geerntet werden - und die tägliche, regelmäßige Bewegung reichen in den meisten Fällen völlig aus. Ganz wichtig ist, viel zu trinken. Mindestens zwei Liter am Tag, vor allem Mineralwasser, aber auch ungezuckerte Fruchtsäfte, Tees etc. Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente sollten nicht außer Acht gelassen werden, ihre Einnahme ist jedoch erst bei Mangelzuständen notwendig. Freude am und Genuss des Essens sind die beste Vorbereitung und Voraussetzung für eine gute Verdauung, während Ärger und Stress der Leber nicht gut tun.
Diese Aussagen konnte Frau Sabine Bareis-Stegmaier, Diätassistentin am Klinikum Schwäbisch Gmünd, bestätigen. Die typische Leberdiät ist nur selten erforderlich. Der wichtigste eigene Beitrag des Leberkranken zu seiner Gesundung ist der Verzicht auf Alkohol und Rauchen. Bei Fettleber ist Gewichtsreduktion meist die effektivste Maßnahme. Zirrhotiker sollten sich nicht scheuen, die wertvollen Tipps und Ratschläge qualifizierter Ernährungsberatung zu beherzigen.
Jeweils im Anschluss an die einzelnen Vorträge, beim Stehimbiss in der Pause sowie bei der großen Fragerunde am Ende nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit rege, Antworten auf ihre ganz persönlichen Probleme zu erhalten.
Mit dem Dank an die Referenten beendete Hermann Kuon eine ausgesprochen informative und gut verständliche Vortragsreihe über chronische Lebererkrankungen. Das Spektrum möglicher Ursachen ist breit und vielschichtig, doch ebenso viele wirksame Therapien und Behandlungsansätze haben sich zwischenzeitlich etabliert.
Als Fazit bleibt: Lebererkrankungen sind heilbar. Die frühzeitige Diagnose und ein gutes Arzt-Patient-Verhältnis sind die besten Voraussetzungen dafür. Und nicht zu vergessen: die Hepatitis-B-Impfung ist ein wirksamer Schutz vor dieser Viruserkrankung mit ihren Folgen wie Leberkrebs und Zirrhose."
Das Poster sowie den Flyer mit dem Programm finden Sie hier Poster / Flyer
Arzt-Patienten-Seminar am 21.01.2006 im KOK, Stuttgart
"Am Samstag, 21.Januar hatten wir zu unserer ersten Veranstaltung im Jahr
2006, die unter der medizinischen Leitung von Chefarzt Dr. med. Eckhart
Fröhlich stand, nach Stuttgart ins Karl-Olga-Krankenhaus eingeladen.
Bereits eine Stunde vor Beginn meldeten sich die ersten Besucher an der
Pforte. Pünktlich um 9 Uhr konnten Dr. Fröhlich und Hermann Kuon über 120
Interessierte zu diesem Arzt-Patienten-Seminar im Olgasaal begrüßen. Kompetente und praxiserfahrene Ärzte stellten in ihren Referaten die
wesentlichen Erkrankungen der Leber und dadurch möglicherweise ausgelöste
Folgeerkrankungen der Schilddrüse, Magen, Dünn- und Dickdarm etc. vor.
Sowohl bei den einzelnen Vorträgen als auch in der Pause und der
abschließenden Diskussionsrunde bot sich den Teilnehmern, die davon regen
Gebrauch machten, die Gelegenheit ihre zum Teil ganz persönlichen Fragen zu
stellen. So konnten sich die Anwesenden, unter ihnen einige Ärzte, umfassend
über die Funktion und die Aufgaben der Leber, die Diagnosemöglichkeiten und
die wichtigsten Ursachen chronisch-entzündlicher Lebererkrankungen sowie
deren Behandlung informieren. Zur Sprache kamen ebenso wichtige Themen wie
alternative Behandlung, Ernährung, Medikamente, Vitamine, Mineralstoffe
etc". und besonders auch die Chancen und Risiken der Lebertransplantation.
Selbsthilfe-Organisationen sowie die diese Veranstaltung unterstützenden
Pharmafirmen beteiligten sich mit Informationsmaterial an der parallel dazu
organisierten Ausstellung."
www.aaleninfo.de/mea06/06/selbsthilfe.htm
Seminar mit Prof. Bartenschlager am 19.2.2005 im Best-Western-Hotel in Mannheim
Teil 2
Arzt-Patienten-Seminar anlässlich des Lebertags am Sa, 19.11.2005 von 9 -
14 Uhr im Krankenhaus Bietigheim
Über 120 Interessierte waren an diesem Samstag ins städtische Krankenhaus
gekommen, um sich eingehend über die Leber, das zentrale "Stoffwechsellabor"
im menschlichen Körper, zu informieren. "Nicht nur Alkoholkranke haben
Leberschäden", so Prof. Dr. Siegfried Walker in seiner Begrüßung. An der
Klinik tätige Ärzte und Betroffene aus der Region erläuterten aus
persönlicher und medizinischer Sicht die unterschiedlichen Auswirkungen von
Lebererkrankungen, die so häufig wie Diabetes vorkommen. „Viele Patienten,
die mit ihrer Leber Probleme haben, halten diese Krankheit zunächst geheim.
In der Öffentlichkeit gilt nämlich immer noch das Vorurteil, leberkrank sind
Alkoholiker oder diese sind hochinfektiös“, beschrieb Hermann Kuon die Angst
vieler Leberkranken vor Ausgrenzungen und sonstigen Diskriminierungen. Kuon
fungiert als Ansprechpartner für die Hepatitis C Selbsthilfe
Baden-Württemberg, die auch eine Kontaktgruppe in Bietigheim-Bissingen
unterhält. Betroffene, die plötzlich mit der Diagnose Lebererkrankung oder
Hepatitis konfrontiert werden, erhalten dort psychische und soziale
Unterstützung, um ihre Krankheit besser annehmen zu können. Rund 170
Millionen Menschen sind weltweit allein mit dem Hepatitis C-Virus infiziert.
"Die Übertragung erfolgt von Blut zu Blut, wobei die Ansteckung bei
Transfusionen heute im Gegensatz zu früheren Jahren äußerst gering ist.
Testverfahren haben hier sehr genaue Kontrollen eingeleitet. Anders sieht es
bei verunreinigten Spritzen von Drogenabhängigen oder bei schlechten
hygienischen Verhältnissen in Tätowierungs- und Piercingstudios aus“,
erklärte Professor Walker. Ein verstärktes Müdigkeitsgefühl, Mattheit und
Abgeschlagenheit können auf eine Hepatitis-Infektion hindeuten. Gelingt es
dem körpereigenen Abwehrsystem nicht, die HC-Viren zu eliminieren, nimmt die
Krankheit einen chronischen Verlauf. Auch Hepatitis B wird durch das Blut
und außerdem auf sexuellem Wege übertragen. „Heilt die chronische Hepatitis
B einmal vollständig aus, dann ist der Betroffene lebenslang gegen eine
Neuerkrankung immun“, betonte Funktionsoberarzt Dr. Ulrich Sapper. Vorsicht
müssen Reisende in tropische Länder vor dem Hepatitis A-Erreger walten
lassen, denn dieser kann durch infizierte Lebensmittel oder verunreinigte
Getränke weiter gegeben werden.
Arzt-Patienten-Seminar am Sa, 22.1. 2005 von 9 - 13.30 Uhr in Bad Cannstatt
Am Sa, 22.1. 2005 von 9 - 13.30 Uhr in Bad Cannstatt:
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