Hepatitis  Selbsthilfe  Baden - Württemberg
Die Leber
Hepatitis A - E
Weitere
Lebererkrankungen
Spätfolgen
Sonstige
Erkrankungen
Alternative
Heilmethoden
Impressum  |   Kontakt
Wir über uns

A r c h i v   Home


Am 20.11. 2007 ist der 8. Deutsche Lebertag

"Hand in Hand für eine gesunde Leber" lautet das diesjährige Motto. Die bundesweiten Aktionen an diesem Lebertag sollen die Bevölkerung auf Lebererkrankungen und ihre Folgen aufmerksam machen und informieren. Sie sollen gleichzeitig aber auch darauf hinweisen, dass gerade in Deutschland viele Anlaufstellen und Therapiemöglichkeiten für leberkranke Patienten bestehen.

So gibt es verschiedene spezialisierte Fachgesellschaften von Ärzten, Kliniken mit Fachabteilungen wie in der Stauferklinik, Mutlangen, oder im Ostalbklinikum, Aalen, weiterhin spezielle Leberambulanzen - beispielsweise in den Kliniken Ulm, Esslingen, Tübingen und Freiburg - sowie die Schwerpunktpraxen des Bundes niedergelassener Gastroenterologen – eine davon in Schwäbisch Gmünd; auch existieren Organisationen wie die Deutsche Leberhilfe e.V. und die Hepatitis-Selbsthilfe Baden-Württemberg, die Patienten ergänzend zum Arztgespräch informieren und eine Bewusstseinserweiterung in der Bevölkerung erreichen wollen.

Denn noch immer gibt es hartnäckige Vorurteile, dass Leberkrankheiten selbstverschuldet und nur ein Problem von Randgruppen seien. Doch diese können Jede(n) treffen, unabhängig von der Lebenslage und den Lebensgewohnheiten.

Termine
Aktuelles
Archiv
Presse
Selbsthilfe
Betroffene berichten
Broschüren / Literatur
Downloads
Links




Viele Bundesbürger sind leberkrank, ohne etwas davon zu ahnen. Leberkrankheiten verlaufen oft jahrelang stumm und ohne Symptome; erhöhte Leberwerte können ein erstes Warnzeichen sein und sollten grundsätzlich abgeklärt werden. Leider ist dies nicht immer der Fall. Viele Hausärzte entlassen ihre Patienten mit der Empfehlung „Trinken Sie weniger Alkohol, dann wird das schon wieder“, ohne weitere Untersuchungen zu veranlassen. So verlieren viele Patienten wertvolle Zeit – manchmal Jahre, manchmal sogar Jahrzehnte – bis eine Diagnose gestellt wird. Unbehandelt können Leberkrankheiten bis zur Zirrhose und Leberkrebs voranschreiten. Eine geeignete Therapie kann dies oft verhindern.

Wichtig ist auch, dass ein partnerschaftlicher, gleichberechtigter Umgang zwischen Arzt und Patient stattfindet. Erfahrungsgemäß funktioniert die Zusammenarbeit dann viel besser und die Therapieerfolge sind deutlich höher. Nur in einer vertrauensvollen Arzt-Patienten-Beziehung lässt sich die Therapie individuell anpassen, sodass alle aktuellen medizinischen Möglichkeiten voll ausgeschöpft werden können.

Aus diesem Grund werden im ganzen Bundesgebiet rund um den 20. November Aktionen und Arzt-Patienten-Seminare veranstaltet, auf denen sich Betroffene, Angehörige und Interessierte über Leberkrankheiten und ihre Behandlung informieren können, in Ulm beispielsweise am Samstag, 15.12. von 9.30 – 13 Uhr im Hörsaal der Inneren Medizin I am oberen Eselberg.

Weitere Informationen finden Sie unter

http://www.lebertag.org/newsview.php?clicked=0&sen=1&news=4

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat nach FOCUS-Informationen erstmals eine Rangfolge der gefährlichsten Infektionskrankheiten erstellt. Hinter den Influenzaviren folgen der Hepatitis C-Erreger und der Krankenhauskeim MRSA (der Methicillin-resistente Staphylococcus aureus). „Angesichts begrenzter Ressourcen müssen wir Prioritäten setzen“, begründete der Abteilungsleiter für Infektionskrankheiten im RKI, Gérard Krause, die 85 Erreger umfassende Liste. Die ersten 28 Erreger der Liste haben für die Experten „Priorität“. Die komplette Liste siehe hier.

Frau Dr. Forestier hat auf unsere Rückfrage am 22.1.2007 wie folgt geantwortet: "An der nächsten Studie (Triple-Therapie) mit Telaprevir (VX-950), PEG-IFN und Ribavirin können nur IFN-Kombi-Nonresponder und -Relapser teilnehmen, an der Studie (ebenfalls Triple-Therapie) mit SCH503034, PEG-IFN und Ribavirin nur therapienaive Patienten. Beide Studien werden voraussichtlich ab März 2007 in Frankfurt anlaufen. Ich werde beide Projekte betreuen, interessierte Patienten können sich direkt per e-mail an mich wenden oder telefonisch unter unten angegebener Nummer ( unser Studiensekretariat in Frankfurt) melden. Herr Prof. Dr. Stefan Zeuzem ist ab 01.01.2007 wieder in Frankfurt.

Anschrift: Dr. Nicole Forestier, Department of Medicine I, J. W. Goethe University Hospital, Theodor-Stern-Kai 7, 60590 Frankfurt
Email: Nicole.Forestier@kgu.de
Telefon 069 - 6301-5212
Fax 069 - 6301-6448

Arzt-Patienten-Seminar

„Wenn die Leber leidet“ – Lebererkrankungen wie erkennen, wie behandeln?

Informationsveranstaltung am Sa, 16.6.2007, von 9.30 Uhr - 13.00 Uhr im Forum am Schlosspark in Ludwigsburg

Es war eine tolle Erfahrung, eingebettet in den 3tägigen Ärztekongress der Südwestdeutschen Gastroenterologen diese Vortragsveranstaltung organisieren und durchführen zu können. Über 100 Interessierte lauschten den fachlich ausgezeichneten und mit informativen Fotos und Grafiken unterlegten Erläuterungen der einzelnen Referenten, die - ausgenommen Dr. Trein (er betreut an einer Stuttgarter Gemeinschaftspraxis HIV-, HBV- und HCV-Kranke) - alle als Chefärzte der Inneren Medizin in umliegenden Kliniken tätig sind. Von der Möglichkeit, ganz persönliche Fragen zu stellen, wurde ausreichend Gebrauch gemacht.

 

In seiner Begrüßung wies Hermann Kuon, der Ansprechpartner der Hepatitis/Leber-Selbsthilfe Baden-Württemberg besonders auf die Bedeutung der Leber für den Menschen hin: „Leberleiden gehören zu den häufigsten Organerkrankungen. Über 3,5 Millionen Menschen in Deutschland sind leberkrank. In Baden-Württemberg erreichen täglich mehr als 50 Leberkranke das fortgeschrittene Stadium der Leberzirrhose. Patienten mit Leberzirrhose haben ein um bis zu 40mal höheres Risiko, an Leberkrebs zu erkranken. Da die Leber jedoch nicht schmerzt, werden Lebererkrankungen selten in einem frühen Stadium festgestellt und behandelt ...“ Er appellierte an die Ärzte, sich trotz der wirtschaftlichen Zwänge die Zeit zu nehmen, den Patienten anzuhören, selbst wenn – dies ist in der Tat ein Dilemma – das Gespräch mit dem Patienten für den Arzt in finanzieller Hinsicht trotz Gesundheitsreform nach wie vor ein Verlustgeschäft ist. Auch die Compliance des Behandelten, das heißt, die Bereitschaft, am Genesungsprozess mitzuarbeiten und die medizinische Empfehlung zu befolgen, lag ihm am Herzen. Ohne Compliance des Patienten können Medizin und Ärzte wenig bewegen. Wichtige Voraussetzung dafür ist ein aufgeklärter Patient. Doch selbst wenn sich der Arzt über Gebühr Zeit nimmt, versteht der Patient den Medizinjargon oft nicht oder hat Hemmungen, dezidiert nachzufragen.

Umso wichtiger sind daher solche Arzt-Patienten-Seminare, um Betroffenen, ihren Angehörigen und Interessierten in verständlicher Form die für seine Gesundung notwendigen, wesentlichen Informationen zu vermitteln. Prof. Karel Caca, medizinischer Leiter der Veranstaltung und Chefarzt Innere Medizin am Klinikum Ludwigsburg, gab einen Programm-Überblick und ermunterte die Anwesenden, bereits zu den einzelnen Vorträgen ihre Fragen zu stellen. Zudem stünden nochmals alle Referenten bei der abschließenden Diskussionsrunde den Teilnehmern zu Auskünften bereit und auch in der Pause seien Einzelgespräche möglich.

Prof. H.W. Klinker von der Uni-Klinik, Würzburg begann mit der hochinfektiösen Hepatitis B, die über den Blutweg sowie häufig auch beim Geschlechtsverkehr übertragen wird. Ziel der Behandlung ist die Progressionshemmung, um eine Zirrhose mit Dekompensation und ein hepatozelluläres Karzinom (HCC) zu verhindern, denn jeder Dritte entwickelt eines der beiden im Verlauf der Erkrankung. Erreicht wird dies durch die dauerhafte Reduktion der Viruslast unter 1.000 Kopien/ml. Dies bedeutet, nicht mehr die Transaminasen-Werte, sondern die Kopienzahl an HBV-DNA im Serum ist entscheidend. So sind mehr als 10.000 Kopien/ml das Signal für den Therapiestart. Behandelt wird je nach individueller Situation mit pegyliertem Interferon 1mal die Woche oder den Nukleosidanalogea, diese erforderlichenfalls auch in Kombination, um die Resistenzentwicklung zu vermeiden. Zugelassen sind Lamivudin, Adefovir, Entecavir und Telbivudin. Mit der Aussage „Die Hepatitis-B-Impfung ist die erste Impfung gegen Krebs“, machte Prof. Klinker deutlich, wie wichtig diese präventive Maßnahme ist. Dr. Andreas Trein, seit vielen Jahren tätig in einer Gemeinschaftspraxis in Stuttgart, nahm sich der vielfach noch unerkannten, zu beginn meist schleichend verlaufenden Hepatitis C an. Den Schwerpunkt seines Vortrages legte er auf die Übertragungswege, die Frage wer sollte, muss therapiert werden sowie die Individualisierung der Behandlung. Im Gegensatz zu der Zeit vor 1998, als Bluttransfusionen noch die größte Gefahrenquelle darstellten, beschränken sich die Übertragungsrisiken auf den Spritzentausch bei Drogenkonsum, auf unsaubere Bestecke bei Tätowierungen, Piercings und Akupunktur sowie mangelhafte Hygiene bei chirurgischen Eingriffen wie auch Endoskopien. Das Schnupfen von Drogen mit dem Weiterreichen des Inhalationsröhrchens beinhaltet ebenfalls ein Infektionsrisiko. Dr. Trein konnte dabei aus seinem reichen Erfahrungsschatz von ihm behandelter Patienten, die überwiegend aus dem Drogen- und Suchtbereich kommen, schöpfen.
Die Verläufe der HCV-Erkrankung und der daraus resultierenden Leberschädigung sind äußerst unterschiedlich. Dringend müssten eigentlich nur die 20 bis 30 Prozent der Betroffenen behandelt werden, die später an einer Zirrhose erkranken werden. Doch wie diese indentifizieren? Auf der anderen Seite ist die Erfolgsquote der Behandlung stark angestiegen. Selbst beim Genotyp1 sind nach Studienergebnissen bei fast der Hälfte 6 Monate nach Therapieende keine Viren mehr nachweisbar. Diese Patienten gelten aus medizinischer Sicht als geheilt. Für Dr. Trein hat auch aus diesem Grund individuelles, auf den Einzelnen bezogenes Vorgehen und Behandeln oberste Priorität. An den wichtigen Kongressen teilnehmend, therapiert er analog den aktuellen Empfehlungen namhafter Hepatologen, in erster Linie denen von Prof. Zeuzem. Während er Patienten mit HCV-Genotyp-2/3 in der Regel über 24 Wochen behandelt, macht er die Therapiedauer bei HCV-Genotyp-1 von einem raschen Abfall der Viruslast abhängig. Dabei kann ein Abfall um weniger als 2 log10-Einheiten nach 12 Wochen im Vergleich zum Therapiebeginn und der Nachweis von HCV RNA nach 24 Wochen als sicheres Maß (98-100%) für ein virologisches Nichtansprechen gewertet werden. Er rät dann zum Therapieabbruch. Ein rasches virologisches Ansprechen, d.h. kein Nachweis von HCV RNA nach 4 Wochen (< 50 IU/ml) und eine geringe Ausgangs-Viruslast (<600.000 IU/ml) sind für ihn Parameter, die darauf hindeuten, dass die Behandlungsdauer bei HCV-Genotyp-1 ohne Wirkungsverlust auf 24 Wochen verkürzt werden kann. Umgekehrt scheinen Patienten mit einer langsamen virologischen Ansprechrate, die erst nach 24 Wochen HCV-RNA-negativ sind, von einer Verlängerung der Therapie auf 72 Wochen zu profitieren.


Prof. Leser beim Vortrag

Es folgten die Vorträge „Chronische Gallengangsentzündungen – PSC und PBC“ von Prof. Dr. H.G. Leser, Chefarzt Innere Medizin am Krankenhaus Böblingen, sowie „Fettleber und Eisenspeichererkrankung“ von Prof. Dr. E. Walter, Chefarzt Innere Medizin am Krankenhaus Donaueschingen, über die wir noch im Einzelnen berichten werden. In der Pause nutzten viele Teilnehmer die Gelegenheit zu Einzelgesprächen mit den Referenten.


Prof. Walker beim Vortrag Referenten

Prof. Dr. Walker, Chefarzt Innere Medizin des Klinikums Bietigheim erläuterte anschließend, welche Folgen im Stadium der Leberzirrhose auftreten können und wie hoch dann auch das Risiko des Leberkarzinoms ist und Josef Theiss schilderte als Betroffener seine Erfahrungen vor, während und nach der Transplantation. Sein besonderer Appell galt der Organspende und der Bereitschaft einen Spenderausweis auszufüllen. Denn an Organen herrscht großer Mangel und fast die Hälfte der Patienten, die dringend eine neue Leber benötigen, versterben auf der Warteliste. Übrigens: selbst HCV-Kranke können Organe spenden, allerdings nur an ebenfalls HCV-Infizierte.
Nach einer sehr lebhaften Diskussionsrunde, zu der nochmals alle Referenten den Teilnehmern für ihre Fragen bereit standen, bedankten sich Prof. Caca und Hermann Kuon bei den Teilnehmern, dass sie so lange ausharrten und sich so engagiert mit Fragen beteiligt hatten. „Das Wissen und die Erfahrungen aus erster Hand haben mir Mut gemacht. Ich sehe wieder Licht am Horizont, dass ich es schaffe und gesund werde. Außerdem habe ich heute viele Menschen kennen gelernt, denen es ähnlich ergeht,“ so äußerte sich eine Teilnehmerin direkt im Anschluss an die Veranstaltung. Solche Aussagen freuten nicht nur die Referenten, sie motivieren auch die Organisatoren, die dieses Engagement ja ehrenamtlich in ihrer Freizeit einbringen, zu weiteren Veranstaltungen.
Fazit: Frühzeitig diagnostiziert sind inzwischen viele Lebererkrankungen heilbar.

Hier finden Sie Poster und Flyer der Veranstaltung.

Vortrag bei der SHG Mannheim/Ludwigshafen

Dr. Stephan Vetter vom Klinikum der Stadt Ludwigshafen (Leberambulanz der Med. Klinik C) referierte am 5. Juni 2007 über das Thema "Therapie der chronischen Hepatitis C- Update 2007" - den informativen, gut verständlichen Bericht, aufgezeichnet von Margrit Gräser, der SHG-Leiterin, finden Sie unter www.hepatitis-c-online.de/referateindex.htm

Arzt Patienten Seminar am Sa, 31.3.2007 von 9 – 12.30 Uhr im Katharinenhospital Stuttgart


Unser Stand vor dem Hörsaal

Die Leber schmerzt nicht. Das ist das Tückische daran. So werden oftmals erste Zeichen einer Entzündung nicht wahrgenommen, zumal Symptome wie Müdigkeit, Juckreiz, Abgeschlagenheit, Leistungsminderung und Konzentrationsstörungen auch von anderen Krankheiten verursacht werden können. Wird dann, meist nach einer Ärzte-Odyssee, die wahre Ursache der Erkrankung gefunden, ist oftmals die Leberschädigung schon weit fortgeschritten. Umso wichtiger ist es, sich frühzeitig über dieses Organ, seine Aufgaben und die möglichen Ursachen und Folgen der Erkrankung zu informieren. Eine gute Gelegenheit dazu bot sich bei einer von der Hepatitis-Selbsthilfe Ostalb organisierten Vortrags-Veranstaltung am Samstag, 31. März im Katharinenhospital in Stuttgart.

Bereits in der Begrüßung machte Hermann Kuon, der Ansprechpartner der Hepatitis-Selbsthilfe und der deutschen Leberhilfe in Baden-Württemberg deutlich, wie wichtig, vielfach entscheidend die Kommunikation Arzt-Patient für die richtige Diagnose, die Therapietreue und die erfolgreiche Behandlung ist. Künftig müsse wieder das Gespräch zwischen dem Arzt und dem Patient eine zentrale Rolle spielen und finanziell besser honoriert werden. Auch alternative Heilmethoden müssten für alle Patienten gleichermaßen zugänglich sein. Nahezu alle naturheilkundlichen Arzneimittel seien nicht mehr verschreibungspflichtig und werden daher den gesetzlich Krankenversicherten nicht mehr erstattet. Auch die seit April gültige Gesundheitsreform habe in diesem Punkt keine Verbesserungen gebracht.


Blick in den Hörsaal

Über 100 Interessierte, knapp die Hälfte davon aus dem Ostalbkreis, hatten sich zu diesem Arzt-Patienten-Seminar im Hörsaal der Inneren Medizin eingefunden. Prof. Andus, Chefarzt der Inneren Medizin am Klinikum Bad Cannstatt, informierte über den Verlauf der in 5 – 10% chronisch werdenden Hepatitis B Infektion, die unbehandelt - individuell unterschiedlich schnell - zu Leberzirrhose und Leberkrebs führen kann. Therapieziel ist, die Anzahl der Viren wesentlich zu vermindern und auf einem niedrigen Niveau zu halten. Eine Heilung ist trotz neuer Medikamente, die als oral einzunehmende Tabletten die Vermehrung der Viren hemmen, nur bei etwa einem Viertel der Behandelten möglich. Doch senken diese Medikamente deutlich die Entzündung und damit das Risiko von Spätfolgen. Außerdem kann eine Infektion durch die frühzeitige Schutzimpfung (möglichst schon im Babyalter) vermieden werden. Ob ein ausreichender Immunschutz vorhanden ist, ist jederzeit anhand der HBs-Antikörper im Blut nachprüfbar. Es sollte ein Wert von 100 IU/l oder höher vorliegen. Man geht davon aus, dass diese Personen für wenigstens 10 Jahre geschützt sind. Fällt die Anti-HBs-Bestimmung niedriger aus, sollte eine weitere bzw. Auffrischungs-Impfung durchgeführt und erneut eine Testung vorgenommen werden. Im Zuge der Gesundheitsreform wird zudem ab 1.7. geklärt, ob die HAV/HBV-Impfung künftig auch für gesetzlich Krankenversicherte kostenfrei ist.

Mit Prof. Maier, dem Leiter des Leberzentrums Esslingen, referierte ein ausgesprochener Leberexperte zur Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus. Das Hauptproblem liegt in der hohen Mutationsrate, das heißt, die Viren werden resistent und entziehen sich der Immunabwehr. Über 80% der Infizierten entwickeln so einen chronischen Verlauf, der inzwischen zum größten Anteil der Ursachen für eine Lebertransplantation geführt hat. Immer mehr setzt sich bei dieser gefährlichen, vielfach jedoch verharmlosten und selbst in Ärztekreisen wenig bekannten Virusinfektion eine für jeden Patienten "maßgeschneiderte" Behandlungsdauer durch. Diese variiert je nach genetischem Typ des Virus, der Virusmenge sowie der Leberschädigung zwischen 14 und 72 Wochen. Entscheidend ist die initiale Verminderung der Virusmenge in den ersten Wochen der Therapie. Trotz intensiver Forschung kann nach wie vor nicht auf die Injektion mit Interferon verzichtet werden und die inzwischen entwickelten Virushemmer sind nur zusammen mit Interferon und nur im Rahmen von Studien an ausgewählten Kliniken einsetzbar. Im Idealfall werden mehr als die Hälfte aller Patienten durch diese teilweise mit unterschiedlich starken Nebenwirkungen verknüpfte Behandlung virusfrei.

Welche Ursachen führen noch zu chronischen Leberentzündungen? Dazu sprach Dr. Fröhlich, Chefarzt der Inneren Medizin am Karl-Olga-Krankenhaus Stuttgart. Wesentlich sind autoimmune Vorgänge sowie Fettstoffwechselstörungen, die auch ohne Alkoholkonsum zu schweren Leberschäden führen können. Die Fachbezeichnungen lauten Autoimmunhepatitis, primär sklerosierende Cholangitis, primär biliäre Cirrhose sowie (nicht) alkoholische Fettleber (ASH und NASH). Während das strikte Vermeiden von Alkohol unverändert als Mittel der Wahl bei der alkoholischen Hepatitis gilt und auch im Spätstadium der Erkrankung noch nützt, können die autoimmunen Lebererkrankungen inzwischen mit Tabletten gut behandelt werden. Und diese, durch autoimmune Reaktionen ausgelöste Entzündungen, das sind neue, interessante Erkenntnisse, verlaufen bei Frauen meist weit schwerer als bei Männern, während es bei viraler Ursache genau umgekehrt ist.

Mit welchen Spätfolgen und Komplikationen Patienten mit einer fortgeschrittenen Leberschädigung rechnen müssen, darüber klärte Prof. Zoller, Chefarzt der Inneren Medizin am Katharinenhospital Stuttgart, auf. Es sind dies vor allem die Bauchwassersucht (Aszites), die Gehirnfunktionsstörung (Enzephalopathie) und die Blutung aus Blutadern aus der Speiseröhre, den Ösophagusvarizen. Patienten im Stadium der Lebercirrhose sollten regelmäßig gastroskopiert werden, da nachgewiesene Venen in der Speiseröhre einer vorsorglichen Behandlung zur Verhütung der Blutung gut zugänglich sind. Hinsichtlich der Bauchwassersucht, die bei etwa 60 % der Leberzirrhotiker auftritt, ist die Beschränkung der Kochsalzzufuhr und eine langsame, geduldige Behandlung mit niedrigen Dosen von wassertreibenden Medikamenten sowie die Einschränkung der Flüssigkeitsmenge wichtig.

Was sollen, was dürfen, was können Leberkranke essen? Die immer noch, selbst in Fachbüchern erwähnte Leberdiät ist nur selten erforderlich. Im Gegenteil. Schwer Leberkranke sind vielfach kalorien- und eiweißverarmt, das heißt, bei ihnen kommt es durch Appetitlosigkeit, einseitige Ernährung und gestörte Verstoffwechslung zu Mangelzuständen. Eine ausgewogene, vitalstoffreiche Ernährung mit „lebendigen“ Lebensmitteln, der Verzicht auf Alkohol und Rauchen und bei Fettleber Gewichtsreduktion durch tägliche, moderate Bewegung sind in der Regel ausreichend. Da die Leber nachts ihre maximale Tätigkeit entfaltet, sollten Leberzirrhotiker besonders am Abend hochkalorische Nahrung zu sich nehmen. Dies waren die Kernaussagen Dr. Mühlhöfers, Gastroenterologe in einer Gemeinschaftspraxis in Stuttgart. Übrigens: auch Ärger und Stress tun der Leber nicht gut.


Dr. Mühlhöfer beim Vortrag

Trotz eigener und ärztlicher Bemühungen schreitet in nicht wenigen Fällen der fibrotische Umbau voran und die Leber verliert ihre entgiftende Funktion. Als letzter Ausweg bleibt die Lebertransplantation, aus Sicht des erfahrenen Organ-Chirurgen inzwischen fast schon eine „Standard“-Operation. Die statistische 5-Jahres-Überlebensrate von Transplantierten beträgt über 70 %. Doch die Zahl der Patienten, die eine Leber benötigen, ist wesentlich höher, als die Zahl der gespendeten Organe, sodass trotz der organisatorischen Verbesserungen durch die Zentralfunktion von Europlant die Sterberate von Patienten auf der Warteliste nur unwesentlich gesenkt werden konnte. Dabei haben laut Umfragen mehr als 80 Prozent der Deutschen eine positive Einstellung zur Organspende. Aber nur zwölf Prozent haben einen Organspendeausweis und dies, obwohl das für viele so heikle Thema in Deutschland sensibel geregelt ist und die Einwilligung zur Organspende jederzeit widerrufen werden kann. Auch Leberkranke können Spender für andere Organe sein. Lediglich bei Virusträgern sind Einschränkungen zu beachten.


Prof. Steurer beim Vortrag

Prof. Steurer, OA der Chirurgischen Universitätsklinik Tübingen, machte Mut. Die Operationstechniken, die Möglichkeit der Leberlebendspende, die Injektion mit Leberzellen, neue, verträglichere Medikamente nach der Operation, all diese positiven Fortschritte sind unübersehbar. Wo sich noch zu wenig getan hat, ist die Bereitschaft, Organe zu spenden.


Die 4 Chefärzte der Stuttgarter Kliniken (von links) Dr. Fröhlich, Prof. Zoller, Prof. Andus und Prof. Maier

So appellierte Prof. Maier nach einer lebhaften Diskussionsrunde in seinem Schlusswort an die Teilnehmer, im Bekannten- und Freundeskreis auf die Möglichkeit der Organspende und die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) mit Sitz in Neu-Isenburg aufmerksam zu machen. Als Fazit einer außerordentlich gut besuchten, informativen und auch für Laien gut verständlichen Vortragsveranstaltung bleibt: Lebererkrankungen sind heilbar. Entscheidende Voraussetzungen hierfür sind die frühzeitige Diagnose, eine individuell zugeschnittene Therapie und ein gutes Arzt-Patient-Verhältnis. Solche Arzt-Patienten-Seminare sind ideale Gelegenheiten, Erstkontakte zum später möglicherweise behandelnden Arzt aufzunehmen, Antworten auf ganz persönliche Probleme zu erhalten und sich ein Netzwerk mit von gleicher Erkrankung Betroffenen aufzubauen.

Neue Therapieansätze für HCV-NON-Responder und Relapser
Dr. M. Friedrich-Rust (Universitätsklinikum des Saarlandes, 66421 Homburg) antwortete nach Rücksprache mit Prof. Zeuzem am 6.10.2006 auf unsere Fragen:

Sehr geehrte Frau Dr. Friedrich-Rust,
Sie wissen, dass ein großes Patienten-Kollektiv - ich denke dabei z.B. an die NON-Responder und Relapser - verzweifelt nach neuen Therapieansätzen sucht, um über die Viruselimination die Leberschädigung aufzuhalten bzw. rückgängig zu machen.

1. Gibt es schon abschließende Ergebnisse zu Amantadin? Sinnvoll für diese Patienten? Nur im Rahmen von Studien?
Es gibt noch keine abschließende Studie, wir erwarten die Auswertung der PRAMA Studie in ca. 6 Monaten.

2. Protease-Inhibitor: Wie weit sind die Studien (Phase II ?) für VX-950 und SCH 503034? Welche der beiden scheint effektiver und früher verfügbar? An welchen Kliniken finden Studien mit diesem Konzept statt?
Die endgültigen Ergebnisse liegen noch nicht vor. Wir führen diese Studie in Homburg durch, die Phase II auch an vielen weiteren großen hepatologischen Kliniken in Deutschland (sowohl SCH503034 als auch VX-950). Konzept von SCH503034 bisher nur für NR, demnächst Phase II für naive Patienten. Konzept VX-950 bisher nur naive Patienten, aktuell deutschlandweit Phase II mit 12 Wochen Triple Therapie VX-950 plus Interferon plus Ribavirin, anschließend Standardtherapie. Für Anfang nächstes Jahr große Studie (vorwiegend in USA, aber nun definitiv in Homburg/Frankfurt) für Relapser und NR mit VX-950.

3. Polymeraseinhibitor: wie weit sind die Studien mit NM283? Effektiver und zeitlich früher verfügbar für den Einsatz bei NON-Respondern und Relapsern? Für alle GT's ?
NM283 in Deutschland aktuell keine Studien, frühe Phase I Studien mit Polymeraseinhibitoren von Roche und Gilead werden Anfang nächsten Jahres für naive Patienten erwartet. Bisher noch nicht bekannt, ob für alle GT verfügbar.

4. Toll-like-rezeptorantagonisten: nur in Verbindung mit Interferon oder auch Mono? Ist Studien-Phase II schon angelaufen? Wie sehen Sie den Zeitrahmen dafür?
Phase II wurde in Deutschland zunächst verschoben, ist derzeit noch nicht klar, wann es weitergehen wird.
Besten Dank für ihre Antwort.
Herzliche Grüße Hermann Kuon

Andauernde (persistierende) Virusinfektion trotz SVR?
Mit dem Begriff SVR (= erfolgreiche, andauernde Viruselimination) wird das Erfolgsziel der Interferon-Ribavirin-Therapie definiert - d.h. sechs Monate nach Therapieende ist keine HCV-RNA mehr im Blut (Serum) nachweisbar. Das bedeutet im bisherigen Verständnis, dass man wirksam von der Infektion befreit also medizinisch geheilt ist.
In neuester Zeit gibt es jedoch verstärkt wissenschaftlich belegte Hinweise darauf, dass möglicherweise doch HC-Viren oder Bruchstücke (=Kompartimente) davon in der Leber oder in Immunzellen (PBMC) überleben, das heißt das Risiko einer Vermehrung dieser Viren und damit einer erneuten Erkrankung nicht ausgeschlossen werden kann..

Wie sicher kann man also wirklich sein, dass man bei einem SVR nicht nur „scheinbar“ geheilt ist?

Eine im April 2006 in der Fachzeitschrift "Medizinische Klinik" auf den Seiten 378-383 veröffentlichte Übersichtsarbeit von Henning R. Gockel, Jan Heidemann und Norbert Lügering mit dem Titel „Viruspersistenz bei Hepatitis C - Lebenslange Infektion trotz Therapie?“ versucht darauf eine Antwort zu geben.

Trotz guter Langzeitergebnisse hinsichtlich Virämie, Leberhistologie und -enzymen bei antiviral behandelten Patienten, die die Kriterien eines dauerhaften virologischen Ansprechens erfüllen, gelingt eine vollständige Elimination der Hepatitis-C-Viren (HCV) in der Regel nicht. Neben dem Lebergewebe konnten die mononukleären Zellen des peripheren Blutes (PBMC) als Orte der HCV-Persistenz nachgewiesen werden, und es wird vermutet, dass es weitere extrahepatische Kompartimente im Wirtsorganismus gibt, in denen replikationsfähige Viruspartikel trotz scheinbar erfolgreicher antiviraler Therapie verbleiben.

Das Problem der Existenz kleiner Mengen potentiell replikativer Viren tritt auch bei der okkulten Hepatitis C auf, einer Konstellation, bei der Anti-HCV-Antikörper und HCV-RNA im Serum fehlen, aber HCV-RNA im Lebergewebe und meist auch in PBMC vorhanden ist.

Schlussfolgerung
Die genaue Bedeutung der HCV-Persistenz im Wirtsorganismus ist noch nicht geklärt, ersten Studienergebnissen nach kann sie aber (muss jedoch nicht) zu einer Verschlechterung der Leberhistologie führen. Unklar ist zum jetzigen Zeitpunkt auch, ob Patienten mit okkulter Hepatitis C sowie mit Nachweis von HCV-RNA in der Leber und/oder extrahepatischen Kompartimenten trotz scheinbar erfolgreicher antiviraler Behandlung als infektiös zu betrachten sind. Allerdings dürfte in diesen Fällen der Begriff „Heilung“ nicht passend sein. Auf der anderen Seite ist es möglicherweise verfrüht, bei der okkulten Hepatitis C von einer Infektion zu sprechen, solange eine Infektiosität noch nicht nachgewiesen werden konnte. Insofern ergeben sich aus den dargestellten neuen Daten zunächst noch keine praktischen Konsequenzen für die klinische Arbeit mit Hepatitis-C-Patienten.

Viren töten mit dem Zapper (http://www.drclark.de/german/zappertext.htm) ?

Prof. Bartenschlager antwortet am 29.7.2006 auf unsere Fragen

Lieber Prof. Bartenschlager,

seit vielen Jahren u.a. in von ihr herausgegebenen Büchern wird seitens dieses Zentrums http://www.drclark.de/german/zappertext.htm behauptet, dass Bakterien, Parasiten und auch
Viren mittels des Zappers je nach Schwingungsfrequenz zuverlässig getötet werden. Ich hatte daraufhin verschiedentlich zu dem für Deutschland zuständigen Herrn Amrein Kontakt aufgenommen und ihn um detaillierte Angaben zu diesen Behauptungen gebeten. Er verwies auf viele "geheilte" HCV-Kranke, die nach dem Schema von Frau Dr. Clark (zusätzlich zum "Zappen" ist vor allem ein Leber-Reinigungsprogramm durchzuführen) vorgegangen waren. Namen könne er wegen des Datenschutzes jedoch nicht nennen. Alles sehr suspekt, doch inzwischen gibt es einige Betroffene, die von Viruslast-Reduktionen im Zusammenhang mit diesem Gerät berichten.
Hinzu kommt das Dilemma, dass die IFN-Ribavirin-Behandlung nur bei einem Bruchteil der Betroffenen erfolgreich, gleichzeitig jedoch mit zum Teil schwerwiegenden Nebenwirkungen verbunden ist. So finden Scharlatane oftmals schnell Zugang zu HepC-Kranken und machen durch großartige Versprechen nur deren Geldbeutel leer.
Uns in der ehrenamtlichen Selbsthilfe ist sehr daran gelegen, den Betroffenen fachlich und wissenschaftlich fundierte Entscheidungshilfen zu geben. Daher heute meine Fragen an Sie.
1. Sind an Sie schon solche Überlegungen herangetragen oder möglicherweise schon Versuche in dieser Hinsicht/Richtung durchgeführt worden?
2. Ist es überhaupt denkbar, dass auf diese oder ähnliche Weise (z.B. Magnetfelder), also ohne Medikamente lediglich durch entsprechende elektrische Frequenz Viren ihre Fähigkeit verlieren, sich mit Hilfe des menschlichen Körpers zu replizieren, bzw. so ihren Bestandteilen gestört werden, dass bei der Replikation keine "funktionsfähigen" Viren entstehen?
Herzliche Grüße Hermann Kuon

 

Lieber Herr Kuon,
gern möchte ich Ihre Frage versuchen zu beantworten.
Ich persönlich kenne keine Untersuchungen, in denen gut belegt und nachvollziehbar gezeigt wurde, dass die Behandlung von Viren durch Zappen zu deren Abtötung führt, d.h. deren Vermehrungsfähigkeit hemmt.
Ich halte es auch aus wissenschaftlicher Sicht für nicht möglich. Zwar kann man Lipide und teilweise auch Proteine durch intensive Beschallung in ihrer Struktur so verändern, dass sie ihre Funktionalität teilweise verlieren, doch benötigt man dafür sehr hochenergetische Ultraschallwellen, was beim Zappen nicht der Fall ist. Diese hochenergetischen Schallwellen wie sie im Labor verwendet werden, können in vivo nicht eingesetzt werden und dienen beispielsweise zum Auflösen von Aggregaten, Zellen oder Geweben.
Ich persönlich halte es für unmöglich, eine Virusinfektion durch Behandlung mit Magnetfeldern o.a. elektrischen Feldern erfolgreich zu behandeln. Viren werden so nicht inaktiviert und Behauptungen, dass dies doch der Fall sein soll halte ich für nicht seriös. Schließlich ist noch zu bedenken, dass selbst eine gewisse Abtötung von Viren im Blut keine Auswirkung auf die infizierten Zellen hat, die nach wie vor neue Viren produzieren.
Mit freundlichen Grüßen,
Ralf Bartenschlager

Hämochromatose Selbsthilfegruppe (HvD) Stuttgart
Am Freitag, 10. November 2006, fand um 19.00 Uhr im Konferenzraum der Praxis Dr. Schabel/Kath im Dialysezentrum Stuttgart-Mitte, Wolframstraße 60-62 (beim Bürgerhospital) eine Info-Veranstaltung mit den Referenten Dr. med. Matthias Respondek und Dr. med. Angela Schabel - beide sind Fachärzte in Stuttgart - zum Thema „Hämochromatose und die Leber“ statt. Nachstehend der Bericht eines Teilnehmers. Weitere Informationen erteilt die regionale Kontaktstelle Baden-Württemberg (Helga und Hans Steinmann) unter Telefon 0711-381516

„Bei der Hämochromatose oder Eisenspeicherkrankheit wird überschüssiges Eisen nicht ausgeschieden, sondern im Körper abgelagert. Dadurch können Organe geschädigt werden, in erster Linie die Leber. Die Krankheit kann nur auftreten, wenn bestimmte erbliche/genetische Voraussetzungen vorliegen, und ist nur durch Abbau des Eisendepots behandelbar.

44 Teilnehmer/innen waren gekommen. Dr. Mathias Respondek zeigte sehr verständlich Funktion und mögliche Schäden der Leber auf. Er verwies auf die negativen Folgen von zu viel Eisen auf die Leber. Wichtig ist daher eine möglichst frühe Erkennung. Bereits bei Ferritinwerten von 150 ng/l, die ohne genetisches Merkmal unbedenklich sind, rät er zur Abklärung dieser möglicherweise vererbten genetischen Störung. Wurde Hämochromatose festgestellt, sollten auch die Kinder den Gentest durchführen und, wenn positiv, regelmäßig auf erhöhte Eisenwerte untersucht werden.

Frau Dr. Angela Schabel sprach über die Therapiemöglichkeiten. Der schon im Altertum praktizierte Aderlaß ist die erste Massnahme, um möglichst schnell den überhöhten Eisenbestand im Körper abzubauen und dadurch eine Organschädigung zu vermeiden. Ein hoher Ferritingehalt bedingt am Anfang wöchentlichen Aderlaß mit bis zu 750 ml. Nicht jeder Patient hat die Konstitution, das entnommene Blut problemlos zu ersetzen. Daher gibt es heute als Behandlungsalternative das schonende Verfahren der Apharese. Hierbei wird dem Körper portionsweise Blut entnommen, zentrifugiert - dabei wird das Eisen entfernt - und das Plasma dem Körper wieder zurückgeführt. In dieser Form ist es möglich, in kürzerer Zeit und weniger belastend für den Patienten den Eisenspeicher abzubauen.

Frau Dr. Barbara Butzeck, die Vorsitzende der HvD aus Köln informierte über neue Erkenntnisse, die Situation der Hämochromatosekranken im Gesundheitssystem und über den internationalen Erfahrungsaustausch. Viel zu schnell ging ein sehr interessanter Vortragsabend, bei dem auch die Fragen der Teilnehmer erschöpfend beantwortet wurden, zu Ende.“

PBC-Selbsthilfegruppe Stuttgart
Über 20 Betroffene kamen am 18. November 2006 um 14.oo Uhr ins Cafe am Schloßgarten in Stuttgart zum Gedankenaustausch und zur Diskussion mit dem Stuttgarter Internisten Herrn Dr. Teubner. In lockerer Atmosphäre wurden viele Fragen zu dieser chronischen Gallengangsentzündung gestellt, die Dr. Teubner kompetent und gut verständlich beantwortete. Interessant war, dass Ursofalk in entsprechender Dosierung den Krankheitsverlauf und damit die Leberschädigung massgeblich verlangsamt.

Am Montag, 20. November 2006 fand unter dem Motto „Die Leber geht stiften“ bundesweit der 7. Deutscher Lebertag mit vielen Aktionen, Vortragsveranstaltungen und Arzt-Patienten-Seminaren statt.
Ursache dafür ist ein „heimlicher Schwelbrand“ in der Leber, oft über viele Jahre. Typisches Beispiel dafür: die oft unerkannte Infektion mit dem Hepatitis C-Virus mit einer zunächst wenig bemerkten Leberschädigung, die jedoch im Laufe der Jahre zu schwerwiegenden Folgen führt. In Deutschland sind den Zahlen des Robert-Koch-Institutes (RKI) in Berlin zufolge rund 500 000 Menschen mit diesem Virus infiziert. Die wenigsten ahnen etwas von ihrer Leberentzündung. Nur bei etwa 5% der Infizierten kommt es zu Beginn zur bekannten Gelbsucht. Viele Patienten merken nichts, wenn der Erreger die Zellen ihrer Leber befüllt und sich in diesen vermehrt. Unspezifische Symptome wie beispielsweise Kopfschmerzen, Müdigkeit, Übelkeit oder Druckgefühl im Oberbauch zeigen sich laut RKI nur bei wenigen Betroffenen.

Bei bis zu 80 Prozent der Infizierten nimmt die Entzündung einen chronischen Verlauf: Das Virus befällt fortwährend neue Leberzellen. Diese sterben ab und werden durch Narbengewebe ersetzt. Im Frühstadium dieser Vernarbung sprechen Ärzte von Leberfibrose, später von Leberzirrhose. Das geschieht bei rund jedem dritten Betroffenen. Das Hepatitis-C-Virus verbreitet sich über Blut. Den häufigsten Übertragungsweg stellen verunreinigte Spritzen dar. Auch unsteriles Werkzeug beim Tätowieren oder Ohrlochstechen kann dem Virus beim Wirtswechsel behilflich sein. Eine Übertragung über offene Wunden sei ebenfalls denkbar. Unwahrscheinlich ist die Übertragung durch Geschlechtsverkehr - zumindest so lange die Sexualpraktiken unblutig sind. Eine Übertragung des Virus über intakte Haut oder Speichel ist bisher nicht bekannt. Viele Virusträger haben sich in früheren Jahren durch Blutspenden mit dem Virus angesteckt. Das Risiko einer Hepatitis-C-Infektion durch eine Bluttransfusion ist dank moderner Testverfahren heute jedoch minimal.

Hermann Kuon rät allen, die eines der beschriebenen Symptome an sich feststellen und vor 1991/92 eine Bluttransfusion erhalten haben, zu einer Blutuntersuchung. Gelingt dabei der Nachweis von Antikörpern gegen das Virus, schließen sich weitere Tests und die Therapie an. Anders als bei Hepatitis A oder B gibt es bisher keine Impfung gegen Hepatitis C. Je früher die Leberentzündung erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Bei einer akuten Hepatitis C kann durch eine sofort begonnene Therapie mit Interferon ein chronischer Verlauf häufig verhindert werden, zumal nur bei etwa 20% es das Immunsystem schafft, die Infektion komplett auszuheilen. Wird diese chronisch, sind die Chancen der Heilung zwar gemindert, doch mit der Standard - Kombinationstherapie aus so genanntem pegylierten Interferon alpha und dem antiviralen Wirkstoff Ribavirin hat sich inzwischen die Erfolgsrate auf über 50 Prozent erhöht. Die Behandlung dauert zwischen 24 und 48 Wochen. Mit der Einführung neuer Medikamente, sogenannter Protease-/ Polymerasehemmer, die das Virus direkt attackieren, könnten die Chancen sogar auf 80 Prozent steigen. Allerdings dürfte dies frühestens in etwa fünf Jahren soweit sein und vermutlich wird Interferon zusätzlich benötigt.
Weitere Informationen unter anderem auch zur Gründung der Deutschen Leberstiftung finden Sie auf den Internetseiten des Kompetenznetz Hepatitis (hep-net) unter www.kompetenznetz-hepatitis.de.

HCV-Selbsthilfegruppe Reutlingen
Am Freitag, 24.11.2006 sprach im Vortragsraum der AOK Reutlingen Dr. Stefan Kaiser, Oberarzt an der UniKlinik Tübingen, zum Thema "Hepatitis C - neue Medikamente und Therapiestrategien". Fast 50 Interessierte waren gekommen, um u.a. auch die vor wenigen Wochen in Boston vorgestellten Ergebnisse zu hören. Nähere Informationen erteilt Petra Knorn, die die Gruppe leitet, unter Telefon 0 71 21 / 30 09 72. Der Eintritt ist frei.

Am 1.10.2006 war Welt-Hepatitis-Tag. Selbsthilfeorganisationen auf der ganzen Welt haben über die verschiedenen Formen der Hepatitis informiert.
Verschiedene Ursachen können eine Hepatitis (hepar = Leber und itis = Entzündung), also eine Leberentzündung auslösen. Virale Infekte stellen inzwischen die häufigsten Auslöser dar. So sind weltweit ca. 170 Millionen Menschen allein mit dem Hepatitis C Virus infiziert, einer heimtückischen, schleichenden und ansteckenden Infektionskrankheit. In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 5000 Menschen an Leberkrebs, doppelt so viele wie vor 30 Jahren.
"Virusinfektionen haben Alkohol-Zirrhosen als Hauptursache von Leberkrebs abgelöst", sagte Professor Michael Manns aus Hannover bei der Pressekonferenz an diesem Tag in Hamburg. Bei keinem anderen Krebs habe die Zahl der Neuerkrankungen so stark zugenommen. Nach seinen Angaben sind von 1998 bis 2003 an der Medizinischen Hochschule Hannover 396 Patienten mit Leberkrebs behandelt worden. 21 Prozent hatten Hepatitis B, 28 Prozent Hepatitis C und drei Prozent beide Infektionen. Ein Grund für die Zunahme der Leberkrebs-Inzidenz seien viele Menschen mit unerkannter Virushepatitis, die sich zum Beispiel vor 1991 bei Bluttransfusionen mit Hepatitis C angesteckt haben. Leberkrebs ist eine Spätkomplikation des chronischen Infekts, die nach Jahrzehnten auftritt, so Manns, dem Leiter des vom BMfG geförderten Kompetenznetzes Hepatitis bei diesem Arzt-Patienten-Seminar.
Die Leberkrebs-Inzidenz nehme auch durch Risikofaktoren wie Übergewicht und Typ-2- Diabetes zu. So haben etwa Männer mit einem BMI von 35 kg/m2 ein mehr als vierfach erhöhtes Risiko für Leberkrebs, weil die Fettleber narbig umgebaut wird.
Manns plädierte für mehr Anstrengungen zur Früherkennung von Virushepatitis und von Leberkrebs. Die Leber leidet oft stumm. Die ersten Symptome einer Virushepatitis sind meist unspezifisch wie Müdigkeit, Gelenkschmerzen, Druckgefühl im rechten Oberbauch und Hautprobleme. Warnhinweise für den Krebs sind unter anderem ein hoher Alpha-Fetoprotein-Wert bei gleichzeitig erhöhten Transaminasen. Menschen mit Zirrhose oder anderen fortgeschrittenen Leberkrankheiten sollten halbjährlich ihre Leber von einem erfahrenen Untersucher mit Ultraschall untersuchen lassen. Patienten mit Virushepatitis sollten therapiert werden. Damit lässt sich das Leberkrebsrisiko bei Hepatitis B und C deutlich senken.
Auch in Deutschland weiß nur ein Bruchteil der schätzungsweise 800.000 Betroffenen von ihrer Infektion. Dabei ist die Diagnose heute von jedem Arzt durchführbar, ohne ihn vor außergewöhnliche Probleme zu stellen. Viele Patienten werden jedoch erst dann diagnostiziert, wenn ihre Leber soweit zerstört ist, dass eine Fülle von Komplikationen auftritt, die nur schwer zu behandeln sind. Auch das Wissen über weitere Lebererkrankungen wie die Fettleber (ASH/NASH), die Autoimmunhepatitis (AIH), die Speicherkrankheiten (Alpha-1-Antitrypsin/Hämachromatose/Morbus Wilson), die durch Medikamente, Gifte und Umwelteinflüsse ausgelöste Hepatitis sowie die Gallengangsentzündungen (PBC/PSC) ist oftmals noch gering. Zudem führen gesellschaftliche Vorurteile und eine falsche Diagnose immer wieder zu verhängnisvollen, manchmal tödlichen Krankheitsverläufen, die bei rechtzeitiger Behandlung hätten vermieden werden können.
Notwendig sind daher nicht nur nationale Aufklärungs-Aktivitäten wie zum Beispiel alljährlich am 20. November, dem deutschen Lebertag, sondern auch weltweite Aktionen, um auf das Schicksal von Millionen leberkranker Menschen aufmerksam zu machen. Mehr über den WHAD - World-Hepatitis-Awarness-Day erfahren Sie auf den Seiten dieser dazu erstellten Homepage
www.welthepatitistag.info -
Das Plakat für diesen Tag sehen Sie hier

Arzt-Patienten-Seminar am 17.05.2006 im Prediger (Refektorium), Schwäbisch Gmünd

Lebererkrankungen sind heilbar

 

„Bei unklaren Beschwerden immer auch an die Leber denken“ und „Frühzeitig erkannt sind chronische Leberentzündungen heilbar“, dies waren die wichtigsten Aussagen eines hoch interessanten, gut besuchten Arzt-Patienten-Seminars am vergangenen Mittwochabend im Refektorium des Predigers in Schwäbisch Gmünd.

Bereits in der Begrüßung machte Hermann Kuon, der Ansprechpartner der Hepatitis-Selbsthilfe und der deutschen Leberhilfe in Baden-Württemberg deutlich, dass grundsätzliche Reformen unseres Gesundheitssystems überfällig sind. In vielen Bereichen hätten sich Strukturen gebildet, die überflüssig sind. Dazu komme ein Verwaltungsaufwand, der längst auch die Ehrenamtlichen in der Selbsthilfe gegen Papierberge ankämpfen lässt und von ihrer eigentlichen Aufgabe abhält. Ein Wust von Formularen, Bestimmungen und Verordnungen erwarte den Engagierten und lasse ihn alsbald resignieren. Künftig müsse wieder das Gespräch zwischen dem Arzt und dem Patient eine zentrale Rolle spielen. Gerade die Kommunikation Arzt-Patient ist wichtig, vielfach entscheidend für die richtige Diagnose, die Therapietreue und die erfolgreiche Behandlung. Alternative Heilmethoden müssten für alle Patienten gleichermaßen zugänglich sein. Nahezu alle naturheilkundlichen Arzneimittel seien nicht mehr verschreibungspflichtig und werden daher den gesetzlich Krankenversicherten nicht mehr erstattet.

 

Die Leber schmerzt nicht. Das ist das Tückische daran. So werden oftmals erste Zeichen einer Entzündung nicht wahrgenommen, zumal Symptome wie Müdigkeit, Juckreiz, Abgeschlagenheit, Leistungsminderung und Konzentrationsstörungen auch von anderen Krankheiten verursacht werden können. Umso mehr ist daher der Hausarzt als erster Ansprechpartner des Kranken gefordert. Dr. Peter Högerle, Allgemeinarzt und Vorsitzender der Kreisärzteschaft, zeigte auf, welche diagnostischen Schritte sinnvoll und weiterführend sind. Um die Weichen richtig zu stellen und gleichzeitig die Kosten möglichst gering zu halten, empfiehlt sich ein schematisches, qualitätsgesichertes Vorgehen. Dazu gehören eine ausführliche Anamnese mit körperlicher Untersuchung sowie organspezifische Blutwerte. Je nach dem Ergebnis seiner Erhebungen überwacht er zunächst den Verlauf der Erkrankung selbst oder überweist den Patienten an den Spezialisten. Doch auch in diesem Fall bleibt er als medizinischer Lotse in die weitere Behandlung eingebunden, betreut den Patienten in psychosozialen und sozialrechtlichen Fragen und bezieht gegebenenfalls auch die Familie und das Umfeld mit ein.

Die Ursachen für eine Lebererkrankung sind vielfältig. Nur in der Hälfte der Fälle spielt dabei Alkohol eine Rolle. Weitere Gründe sind chronische Virusinfektionen, Übergewicht sowie Stoffwechsel- und Autoimmunkrankheiten. Die Aufgabe des Spezialisten ist es, heraus zu finden, wodurch die Entzündung ausgelöst wurde. Nicht alle Untersuchungsmethoden sind komplikationslos. Dr. Georg Arbter, der leitende Arzt des Schwerpunkts Gastroenterologie am Klinikum Schwäb. Gmünd geht daher stufenweise vor. Bei der Wahl der Diagnose-Methoden entscheidet er sich in ihrer Reihenfolge für die, die den Patienten bei der weiteren Abklärung möglichst wenig belasten und trotzdem effektiv sind. So kann zum Beispiel mit einem neuen Gerät durch den Rückhall von Impulswellen auf die Verfestigung der Leber und deren Bindegewebsanteil (Fibrose / Zirrhose) geschlossen werden. Dieses Verfahren gibt, ohne invasiv Lebergewebe zu entnehmen, Aufschluss über den Grad der Leberschädigung und eignet sich besonders zur Verlaufsbeurteilung.

Leberzirrhose entsteht, wenn Leberzellen sterben, der Körper mit der Bildung neuer funktionsfähiger Zellen überfordert ist und dafür knotiges Bindegewebe wächst. Je früher ein Leberschaden entdeckt wird, umso größer sind die Chancen der Heilung. Dies gilt besonders für den Leberkrebs. Darüber informierte Dr. Holger Hebart, der Chefarzt des Zentrums Innere Medizin. Entscheidend ist die Lage, Größe und Anzahl der Tumore. Neben der chirurgischen Resektion, dem Verbrennen von Krebszellen mittels Radiowellen und dem Einspritzen von konzentriertem Alkohol in die Krebsgeschwulst, kann jetzt auch medikamentös vorgegangen werden. Mit Sorafenib, einem in den USA bereits zugelassenen Arzneimittel, konnten im Rahmen von Studien auch in Deutschland eindrucksvolle Erfolge erzielt werden. Dr. Holger Hebart bot an, Krebspatienten, wenn sie wünschen, an diese Behandlungs-Zentren zu überweisen.

Für Hepatitis-C-Patienten ist die Interferon-Therapie mitunter sehr belastend und führt immer wieder zu einschneidenden Blutbildveränderungen, sodass ein Therapieabbruch droht. Zirrhose-Patienten können oftmals in diesem Stadium nicht mehr behandelt werden. Selbst in solchen Situationen kann die Naturheilkunde unterstützend eingreifen, die Abwehrkräfte stärken und zumindest die Lebensqualität verbessern. Dr. Gisela Schneider schliesst in ihre Behandlung nicht nur das betroffene Organ, sondern den ganzen Menschen mit seinen körperlichen, seelischen und geistigen Aspekten ein. Die Leber ist zwar das Hauptorgan des Stoffwechsels, doch je besser die anderen Organe des Verdauungssystems arbeiten, desto mehr entlasten sie die Leber. Wichtig ist vor allem ein gut funktionierender Dünndarm. Ganzheitlich betrachtet kommt dem harmonischen Rhythmus große Bedeutung zu. Die Leber, die nachts ihre maximale Tätigkeit zeigt, steht im Gleichgewicht mit der Galle, die tagsüber ihre Wirkung entfaltet. Während sich in der Leber vor allem regenerierende und aufbauende Vorgänge abspielen, sind es in der Galle überwiegend Abbauprozesse. Eine ausgewogene, vitalstoffreiche Ernährung mit „lebendigen“ Lebensmitteln - möglichst naturbelassen, aus regionalem Anbau und immer dann, wenn diese Saison haben bzw. geerntet werden - und die tägliche, regelmäßige Bewegung reichen in den meisten Fällen völlig aus. Ganz wichtig ist, viel zu trinken. Mindestens zwei Liter am Tag, vor allem Mineralwasser, aber auch ungezuckerte Fruchtsäfte, Tees etc. Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente sollten nicht außer Acht gelassen werden, ihre Einnahme ist jedoch erst bei Mangelzuständen notwendig. Freude am und Genuss des Essens sind die beste Vorbereitung und Voraussetzung für eine gute Verdauung, während Ärger und Stress der Leber nicht gut tun.

Diese Aussagen konnte Frau Sabine Bareis-Stegmaier, Diätassistentin am Klinikum Schwäbisch Gmünd, bestätigen. Die typische Leberdiät ist nur selten erforderlich. Der wichtigste eigene Beitrag des Leberkranken zu seiner Gesundung ist der Verzicht auf Alkohol und Rauchen. Bei Fettleber ist Gewichtsreduktion meist die effektivste Maßnahme. Zirrhotiker sollten sich nicht scheuen, die wertvollen Tipps und Ratschläge qualifizierter Ernährungsberatung zu beherzigen.

Jeweils im Anschluss an die einzelnen Vorträge, beim Stehimbiss in der Pause sowie bei der großen Fragerunde am Ende nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit rege, Antworten auf ihre ganz persönlichen Probleme zu erhalten.

Mit dem Dank an die Referenten beendete Hermann Kuon eine ausgesprochen informative und gut verständliche Vortragsreihe über chronische Lebererkrankungen. Das Spektrum möglicher Ursachen ist breit und vielschichtig, doch ebenso viele wirksame Therapien und Behandlungsansätze haben sich zwischenzeitlich etabliert.

Als Fazit bleibt: Lebererkrankungen sind heilbar. Die frühzeitige Diagnose und ein gutes Arzt-Patient-Verhältnis sind die besten Voraussetzungen dafür. Und nicht zu vergessen: die Hepatitis-B-Impfung ist ein wirksamer Schutz vor dieser Viruserkrankung mit ihren Folgen wie Leberkrebs und Zirrhose."

Das Poster sowie den Flyer mit dem Programm finden Sie hier  Poster / Flyer

Arzt-Patienten-Seminar am 21.01.2006 im KOK, Stuttgart

"Am Samstag, 21.Januar hatten wir zu unserer ersten Veranstaltung im Jahr 2006, die unter der medizinischen Leitung von Chefarzt Dr. med. Eckhart Fröhlich stand, nach Stuttgart ins Karl-Olga-Krankenhaus eingeladen. Bereits eine Stunde vor Beginn meldeten sich die ersten Besucher an der Pforte. Pünktlich um 9 Uhr konnten Dr. Fröhlich und Hermann Kuon über 120 Interessierte zu diesem Arzt-Patienten-Seminar im Olgasaal begrüßen. Kompetente und praxiserfahrene Ärzte stellten in ihren Referaten die wesentlichen Erkrankungen der Leber und dadurch möglicherweise ausgelöste Folgeerkrankungen der Schilddrüse, Magen, Dünn- und Dickdarm etc. vor. Sowohl bei den einzelnen Vorträgen als auch in der Pause und der abschließenden Diskussionsrunde bot sich den Teilnehmern, die davon regen Gebrauch machten, die Gelegenheit ihre zum Teil ganz persönlichen Fragen zu stellen. So konnten sich die Anwesenden, unter ihnen einige Ärzte, umfassend über die Funktion und die Aufgaben der Leber, die Diagnosemöglichkeiten und die wichtigsten Ursachen chronisch-entzündlicher Lebererkrankungen sowie deren Behandlung informieren. Zur Sprache kamen ebenso wichtige Themen wie alternative Behandlung, Ernährung, Medikamente, Vitamine, Mineralstoffe etc". und besonders auch die Chancen und Risiken der Lebertransplantation. Selbsthilfe-Organisationen sowie die diese Veranstaltung unterstützenden Pharmafirmen beteiligten sich mit Informationsmaterial an der parallel dazu organisierten Ausstellung."

 

Programm zum Arzt-Patienten-Seminar



Selbsthilfegruppen-Tag am 3. und 4. März 2006 in der Stadthalle in Aalen

www.hilf-dir-selbst.com und www.selbsthilfe-ostalb.de

Am 3. und 4. März 2006 fand unter der Schirmherrschaft von Herrn Landrat Pavel der 3. Selbsthilfegruppen-Tag in der Stadthalle in Aalen statt. Am Freitagabend waren unter dem Motto "Wir für uns - wir unter uns" je 2 VertreterInnen der Selbsthilfegruppen eingeladen. Ein flottes Programm mit 2 Workshops zu den Themen Selbsthilfe und Krankenhaus sowie Selbsthilfe-Vernetzung erfreute die Anwesenden und zeigte die Schwerpunkte der künftigen Arbeit auf. Der Samstag, 4. März war zur Präsentation der Gruppenaktivitäten und zum Gespräch mit der Öffentlichkeit vorgesehen. Hier lautet das Motto "Wir unter euch". Leider spielte das Wetter nicht mit. Schneeschauer und glatte Straßen hinderten Viele am Kommen. Dennoch kam es zu interessanten Gesprächen und Begegnungen. Der offizielle Pressebericht steht unter

www.aaleninfo.de/mea06/06/selbsthilfe.htm


Seminar mit Prof. Bartenschlager am 19.2.2005 im Best-Western-Hotel in Mannheim


Teil 1
„Dem trickreichen HC-Virus auf der Spur“ - Seminar mit Prof. Dr. Bartenschlager am 19.2.2005

Teil 2 

„Ein HC-Virus befällt eine Leberzelle…“ - Seminar mit Prof. Dr. Bartenschlager am 19.2.2005

Arzt-Patienten-Seminar anlässlich des Lebertags am Sa, 19.11.2005 von 9 - 14 Uhr im Krankenhaus Bietigheim

Über 120 Interessierte waren an diesem Samstag ins städtische Krankenhaus gekommen, um sich eingehend über die Leber, das zentrale "Stoffwechsellabor" im menschlichen Körper, zu informieren. "Nicht nur Alkoholkranke haben Leberschäden", so Prof. Dr. Siegfried Walker in seiner Begrüßung. An der Klinik tätige Ärzte und Betroffene aus der Region erläuterten aus persönlicher und medizinischer Sicht die unterschiedlichen Auswirkungen von Lebererkrankungen, die so häufig wie Diabetes vorkommen. „Viele Patienten, die mit ihrer Leber Probleme haben, halten diese Krankheit zunächst geheim. In der Öffentlichkeit gilt nämlich immer noch das Vorurteil, leberkrank sind Alkoholiker oder diese sind hochinfektiös“, beschrieb Hermann Kuon die Angst vieler Leberkranken vor Ausgrenzungen und sonstigen Diskriminierungen. Kuon fungiert als Ansprechpartner für die Hepatitis C Selbsthilfe Baden-Württemberg, die auch eine Kontaktgruppe in Bietigheim-Bissingen unterhält. Betroffene, die plötzlich mit der Diagnose Lebererkrankung oder Hepatitis konfrontiert werden, erhalten dort psychische und soziale Unterstützung, um ihre Krankheit besser annehmen zu können. Rund 170 Millionen Menschen sind weltweit allein mit dem Hepatitis C-Virus infiziert. "Die Übertragung erfolgt von Blut zu Blut, wobei die Ansteckung bei Transfusionen heute im Gegensatz zu früheren Jahren äußerst gering ist. Testverfahren haben hier sehr genaue Kontrollen eingeleitet. Anders sieht es bei verunreinigten Spritzen von Drogenabhängigen oder bei schlechten hygienischen Verhältnissen in Tätowierungs- und Piercingstudios aus“, erklärte Professor Walker. Ein verstärktes Müdigkeitsgefühl, Mattheit und Abgeschlagenheit können auf eine Hepatitis-Infektion hindeuten. Gelingt es dem körpereigenen Abwehrsystem nicht, die HC-Viren zu eliminieren, nimmt die Krankheit einen chronischen Verlauf. Auch Hepatitis B wird durch das Blut und außerdem auf sexuellem Wege übertragen. „Heilt die chronische Hepatitis B einmal vollständig aus, dann ist der Betroffene lebenslang gegen eine Neuerkrankung immun“, betonte Funktionsoberarzt Dr. Ulrich Sapper. Vorsicht müssen Reisende in tropische Länder vor dem Hepatitis A-Erreger walten lassen, denn dieser kann durch infizierte Lebensmittel oder verunreinigte Getränke weiter gegeben werden.
„Das Schwierige bei Lebererkrankungen ist, dass die Patienten davon lange Zeit nichts merken. Die Leber selbst schmerzt nicht. Ein adäquates Vorsorgeprogramm gibt es nicht“", warnte Prof. Dr. Walker. Der Hausarzt sollte in bestimmten, von ihm zu wählenden Zeitabständen das Blut seiner Patienten auf erhöhte Leberwerte untersuchen. Lange Zeit unentdeckt blieb auch die Lebererkrankung von Christel Beger-Mehlhorn von der Ludwigsburger Kontaktgruppe des Vereins Selbsthilfe Lebertransplantierter Deutschland. „Ich fühlte mich müde und schlapp, hatte keinen Appetit mehr. Schließlich wurde bei mir Wasser im Bauch festgestellt, was auf die Fehlfunktion der Leber schließen ließ“, erinnerte sich Beger-Mehlhorn. Sie bekam Gelbsucht und schließlich eine schwere Leberzirrhose, das Endstadium der Lebererkrankung. Die Durchblutung und die Stoffwechselleistungen sind in der Leber dann erheblich gemindert. „Ich hatte keinen Stuhlgang mehr, und mein Leben war eine Qual. Vor zehn Jahren wurde mir dann endlich eine neue Leber transplantiert“, so Beger-Mehlhorn. Diesen Tag feiert sie noch heute wie ihren zweiten Geburtstag. Zwar muss sie ihr Leben lang Medikamente nehmen, damit ihr Körper das fremde Organ nicht abstößt, dennoch ist ihre Lebensqualität heute um ein Vielfaches höher. „Ich rate allen Betroffenen dazu, es nicht so weit kommen zu lassen und rechtzeitig die Risikofaktoren für Leberkrankheiten wie regelmäßigen Alkoholkonsum, Übergewicht oder hohen Fettgehalt im Blut zu senken“, empfahl Beger-Mehlhorn. Die Klinikärzte boten anschließend an die Vorträge erstmalig bei einer solchen Veranstaltung die Möglichkeit, sich durch eine Ultraschalluntersuchung ein Bild über die eigene Leber zu machen, wovon 45 Teilnehmer Gebrauch machten. Im Foyer präsentierten Pharmafirmen sowie die beteiligten Selbsthilfe-Organisationen Broschüren, Handzettel, Flyer etc., die von Vielen zum Nachlesen und zur weiteren Information mitgenommen wurden. So ist sicherlich Mancher an diesem Tag reicher an Wissen über seine Lebererkrankung und mögliche neue Behandlungsformen nach Hause gegangen."

Arzt-Patienten-Seminar am Sa, 22.1. 2005 von 9 - 13.30 Uhr in Bad Cannstatt

Am Sa, 22.1. 2005 von 9 - 13.30 Uhr in Bad Cannstatt:
Fazit: es war eine rundum gelungene, für die Teilnehmer (225 Personen) sehr infomative Veranstaltung. Betroffene, ihre Angehörige und Interessierte hatten ausreichend Gelegenheit, sich umfassend über die wichtigsten chronisch-entzündlichen Lebererkrankungen zu informieren: Krankheitsbilder wie Autoimmunhepatitis, PBC und PSC, Virus-Hepatitis B und C, Fettleber, Leberzirrhose etc. Auch die ärztliche Betreuung und Begleitung von Leberkranken und Lebertransplantierten kam zur Sprache. Risiken und Möglichkeiten der Naturheilkunde waren ein weiterer Beitrag an diesem Vormittag.