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Zeitungsdienst Südwest - Gesundheitsberichterstattung für den Rems-Murr-Kreis - veröffentlicht am 5.12.2000
Die Hepatitis gerät im Zeitalter von Aids oft ungerechtfertigt aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit. Denn immerhin sind zum Vergleich weltweit etwa 170 Millionen Menschen mit dem Hepatitis-C-Virus infiziert, dagegen "nur" ungefähr 45 Millionen mit HIV. Aus dem Rems-Murr-Kreis wurden 1999 insgesamt10 Fälle von Hepatitis an das Statistische Landesamt gemeldet. Weltweit sterben mehr Menschen allein an Hepatitis C als an der Immunschwächekrankheit Aids. Zudem leidet etwa jeder zweite Aids-Kranke zusätzlich an Hepatitis C. Damit handelt es sich durchaus um eine Infektionskrankheit von epidemischem Ausmaß. In Deutschland leben über 500.000 mit Hepatitis C infizierte Personen, das heißt, von 200 ist mindestens einer betroffen. Pro Jahr treten hier etwa 5.000 Neuinfektionen mit Hepatitis C auf, bei der Hepatitis B geht man sogar von 50.000 Neuinfektionen pro Jahr aus. Inzwischen sind bei den meldepflichtigen Virushepatitiden sechs Formen bekannt:
Pressebericht zum 1. Lebertag in Deutschland am Sa, den 18.11. 2000
Hepatitis ist die allgemeine Bezeichnung für eine Entzündung der Leber. Solche Entzündungen können durch Viren hervorgerufen werden. Das ,,C" bezeichnet das Virus, das eine besondere Form der Hepatitis auslöst. Man hat dieses Virus 1988 entdeckt (früher als ,,Non A/ Non B" bezeichnet). Seit1991ist es möglich, das HC- Virus durch Blutuntersuchungen festzustellen. Hepatitis C fordert bedeutend mehr Todesopfer als Aids! Im Gegensatz zu Hepatitis A und B, die weitgehend bekannt sind, ist bei der Infektion mit dem C-Virus eine vorbeugende Schutzimpfung nicht möglich.
Jede(n) kann es treffen und fast Keine(r) weiss darüber Bescheid! Hepatitis C ist keine Krankheit der Armen oder der Alkoholiker, sie betrifft Menschen aller Altersgruppen, unabhängig vom Geschlecht, sexueller Präferenzen oder sozialer Herkunft.
Bei bis zu 30% führt Hepatitis C früher oder später zu einem Leberkarzinom, zur Leberzirrhose und zum Leberversagen. Als einzige Rettung bleibt dann nur die Lebertransplantation.
Bei etwa 40% aller Infizierten ist der Übertragungsweg ungeklärt. Höchste Vorsicht gilt bei allen Blut-zu-Blut-Kontakten. Gefahrenquellen sind mangelhafte Hygiene im medizinischen Bereich (Arzt/Zahnarzt/Klinik), beim i.v. Drogengebrauch, bei Tätowierungen, Piercing etc., aber auch blutende Verletzungen, gemeinsam benutzte Zahnbürsten, Nagelscheren, Rasierapparate etc.
Als Standardtherapie gilt die Gabe von Interferon alpha (u.a. Konsensus/PEG) in Kombination mit Ribavirin. Diese Behandlung ist jedoch bei dem in Europa überwiegend vorkommenden Genotyp 1 nur bei etwa 30% der Behandelten auf Dauer erfolgreich und bringt zum Teil nicht unerhebliche Nebenwirkungen mit sich.
Der Schulmedizin werden Heilmethoden gegenüber gestellt, die als Erfahrungs-, Alternativ- oder Komplementärmedizin bezeichnet werden. Natürliche Heilverfahren setzen auf die Selbstheilungskräfte des Menschen. Körpereigene Mechanismen sollen aktiviert werden und das Immunsystem in die Lage versetzen, selbst den Feind anzugreifen und infizierte Zellen zu vernichten. So ist eine im Rahmen der anthroposophischen Medizin entwickelte Behandlung für HC-Kranke die individuell dosierte Mistel-Komplex-Therapie.
Als Standardtherapie gilt die Gabe von Interferon alpha (u.a. Konsensus/PEG) in Kombination mit Ribavirin. Diese Behandlung ist jedoch bei dem in Europa überwiegend vorkommenden Genotyp 1 nur bei etwa 30% der Behandelten auf Dauer erfolgreich und bringt zum Teil nicht unerhebliche Nebenwirkungen mit sich.
Naturheilkunde steht durchaus nicht im Widerspruch zur rein naturwissenschaftlich orientierten Schulmedizin. Im Gegenteil: es gibt sehr viele Berührungspunkte, die dazu führen, dass beide Richtungen sich einander zum Nutzen des Patienten ergänzen.
Über 1% der Bevölkerung, also knapp eine Million in Deutschland leiden an den Folgen dieser "schleichenden" Leberentzündung! Bei der HC-Selbsthilfe Ostalb haben sich seit deren Gründung (1995) weit über 100 Betroffene gemeldet.
Abgeschlagenheit, Antriebslosigkeit, häufige Müdigkeit, Leistungsschwäche, erhöhte Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, Appetitlosigkeit, Widerwillen gegen Fett und Fleisch, rheuma-ähnliche Muskel-/Gelenkschmerzen, Juckreiz, Blähbauch etc. sind nur einige auch auf andere Erkrankungen hinweisende Anfangsbeschwerden.
Wenn Sie unter diesen Symptomen leiden, sprechen Sie bitte ihren Hausarzt auf die Möglichkeit einer Hepatitis an, rät der Leiter dieser SHG's Hermann Kuon. Wer eine Bluttransfusion vor dem Jahr 1990 erhalten hat, sich einer größeren Operation unterziehen musste, sich in Ländern mit niedrigem Hygienestandard medizinisch versorgen ließ, oder wiederholt erhöhte Transaminasen aufweist, sollte unbedingt einen HCV-Suchtest durchführen lassen.
Vortrag und Diskussion mit Dr. Harald Matthes, Klinik Havelhöhe in Berlin
Das war mit einem Wort: Spitze! Dr. Harald Matthes, ärztlicher Leiter der Klinik Havelhöhe, Berlin sprach im Refektorium des Predigers über
"Alternative Behandlungsmöglichkeiten bei chronischer Hepatitis C".
Etwa 70 Interessierte waren gekommen; unter ihnen Ärzte, Vertreter von Krankenkassen, des Unternehmens Weleda, das sich an den Kosten dieser Veranstaltung beteiligte, und viele HC-Kranke, sogar aus Schwieberdingen, Esslingen und Weinstadt. Täglich wird Matthes mit der Herausforderung durch HC- Infizierte aus dem Drogen- und Suchtbereich (Berlin liegt weit über dem Bundesdurchschnitt) konfrontiert und konnte daher aus der Praxis wertvolle Anregungen geben. Aufbauend auf den Grundzügen des anthroposophischen Heilwesens erläuterte er seine jetzt abgeschlossene Studie über die Misteltherapie, die in ein Gesamtkonzept mit Extrakten aus der grünen Tomate (Solanum Lycopersicum), den Blättern der Weinrebe/Walderdbeere (Hepatorodon), der Heileurythmie sowie wesentlichen Elementen der Gesprächs-, Kreativ- und Kunsttherapie eingebettet ist. In der Wirkung schwächer als die Standardtherapie der Schulmedizin (Interferon/Ribavirin) sind bei dieser naturheilkundlichen Behandlung deutlich weniger Nebenwirkungen wie Fieber, Kopfschmerzen, Haarausfall, Muskel- und Gelenkschmerzen etc. zu verzeichnen.
Was besonders faszinierte war, dass er den Arzt als "Seelsorger" sieht, der sich zunächst in einem ausführlichen Gespräch ein Gesamtbild seines Gegenüber macht und sich die Zeit für dessen Beschwerden, Sorgen, Ängste etc. nimmt. Erst anhand dieses Menschenbildes stimmt er sein ganz individuelles therapeutisches Konzept hinsichtlich Dosis und Art des Mistel- und der Zusatz-Präparate ab, um daraufhin seine ärztlichen Hilfe, Beratung und Begleitung anzubieten, die den Patienten auch zu einer Eigenverantwortung im Gesundwerden führt. Hepatitis C ist für ihn eine tiefgreifende, zunächst unbewusst ablaufende Krankheit des ganzen Menschen, der nur mit einer Leib, Seele und Geist umfassenden Therapie erfolgreich geantwortet werden kann. Dies bedarf wesentlich längerer Zeitdimensionen zur individuellen Veränderung und Umstellung, um umfassend heilen zu können. Die parallel dazu verlaufenden Forschungsarbeiten am gleichen Klinikum unterstreichen seine Maßnahmen nachhaltig. Jede Krankheit, so schwer sie auch ist, bietet zudem auch immer die Chance, die Lebensweise und -einstellung zu überprüfen, zu ändern und neu zu gestalten.
Erstaunlich und bemerkenswert waren auch seine Aussagen zum Gesundheitswesen in Deutschland, dass nämlich insgesamt genügend Geld vorhanden sei. Da aber die verschiedenen Bereiche überorganisiert, überstrukturiert und überbürokratisch seien, versiegen fast 30% in diesen unnötigen Strukturen. Selbstkritisch bezog er das Klinikwesen und die Ärzteschaft darin ein. Statt in Zeiten modernster Kommunikationsmöglichkeiten diese zur Vereinfachung und Rationalisierung zu nutzen und Gesundheitsnetze aufzubauen, um Doppeluntersuchungen und unnötigen Verwaltungsaufwand zu vermeiden, entstehen durch Wahrung von Einzelinteressen, Festhalten an alten Strukturen immer neue Vereinigungen, die nur zu weiteren Kosten führen. Viel Geld versickert im Dickicht von fragwürdigen Anweisungen, Auswertungen, Statistiken etc.
Hoch schätzt er den Wert der Selbsthilfe ein, in deren Gruppen die an Hepatitis C Erkrankten oft die einzige Chance haben, mit ihren Beschwerden angenommen zu werden und wichtige Hinweise und Tipps zum Umgang, den Therapien sowie den Folgen und Auswirkungen dieser viralen, heimtückischen Leberentzündung erfahren.
Dieses Ärzte-Patienten-Seminar (das dritte im Jahr 2000) war der krönende Abschluss. Matthes traf die Gefühlslage der HC-Kranken, die mit ihren untypischen Beschwerden zumeist zunächst auf taube Ohren stoßen und oft aus Unwissenheit des Alkoholkonsum verdächtigt werden. So wurde von Vielen der Anwesenden diese Veranstaltung sogar als Abend so richtig zum Wohlfühlen und Angenommensein bezeichnet. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.
Presseveröffentlichung zum und über das Arzt-Patienten-Seminar
"Gesundheit im Gespräch" - Thema "Möglichkeiten & Grenzen naturheilkundlicher Behandlung bei chronischer HepatitisC"
So wird immer noch oft die Diagnose der Hepatitis C erst spät, manchmal zu spät, gestellt. Allen, die an den genannten Symptomen leiden, rät die Hepatitis Selbsthilfe Ostwürttemberg sich auf Hepatitis C testen zu lassen. Trauen Sie sich ruhig, Ihren Arzt direkt zu fragen, ob er sich mit dieser Erkrankung wirklich gut auskennt, und scheuen Sie sich nicht, einen Spezialisten (Hepatologen) aufzusuchen. Bei bis zu 30% führt Hepatitis C früher oder später zur Leberzirrhose, zu einem Leberkarzinom und zum Leberversagen. Als einzige Rettung bleibt dann nur die Lebertransplantation.
Als Standardtherapie gilt die Gabe von Interferon alpha (in verschiedenen Formen -Konsensus/PEG) in Kombination mit Ribavirin. Diese Behandlung ist jedoch bei dem in Europa überwiegend vorkommenden Genotyp 1 nur bei etwa 30% der Behandelten auf Dauer erfolgreich. Dies war das Fazit unseres Arzt-Patienten-Seminars mit Dr. Stephan Kaiser von der UniKlinik -Innere Medizin- in Tübingen am 20. Juni 2000.
Der Schulmedizin werden Heilmethoden gegenüber gestellt, die als Erfahrungs-, Alternativ- oder Komplementärmedizin bezeichnet werden. Die Erkenntnisse basieren meist auf Überlieferungen. Naturheilkundliche Ärzte nutzen bei ihrer Behandlung die natürlichen Heilfaktoren Wasser, Licht, Luft, Wärme/Kälte, Ruhe/Bewegung. Natürliche Heilverfahren - Beispiele dafür sind die Physio-, Phyto-, Hydro-, Enzym-, Thymus- und Fiebertherapie, dazu zählen auch die Homöopathie, die Anthroposophie, die TCM, Ayurveda, etc. - setzen auf die Selbstheilungskräfte des Menschen. Die individuelle Lebenskraft soll gestärkt werden. „Naturheiler“ verlassen sich in erster Linie auf die Wirkstoffe der Natur. Der heilsame Reiz ist bis heute ein wesentliches und charakteristisches Element. Körpereigene Mechanismen sollen aktiviert werden und das Immunsystem in die Lage versetzen, selbst den Feind anzugreifen und infizierte Zellen zu vernichten. Naturheilkunde steht durchaus nicht im Widerspruch zur rein naturwissenschaftlich orientierten Schulmedizin.
Im Gegenteil. Es gibt sehr viele Berührungspunkte, die dazu führen, dass beide Richtungen sich einander zum Nutzen des Patienten - dies muss im Mittelpunkt aller Bemühungen auf dem Gesundheitssektor stehen - ergänzen.
Eine repräsentative Befragung 1997 in den alten und neuen Bundesländern zeigt, dass zwei Drittel der Bundesbürger Vertrauen in die sanfte Medizin haben und regelmäßig Naturheilmittel verwenden.
Die Frage an diesem Abend lautete also: „Hält die vielzitierte "gute alte Zeit" tatsächlich gute, oder sogar die besseren Rezepte und Therapien für die Behandlung solch chronischer Erkrankungen wie Hepatitis C bereit?“
Die, die gestern Abend trotz vieler anderer Veranstaltungen zugegen waren, haben es auf jeden Fall nicht bereut, im Gegenteil: Sie waren von Dr. Roman Huber begeistert. Die ehrlichen, aus der Behandlung mit Patienten gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse aus eigenen Studien mit natürlichen Heilmitteln nach strengen wissenschaftlichen Kriterien - dies war das übereinstimmende Echo - haben voll überzeugt, besonders auch in Anbetracht der Tatsache, dass Dr. Huber als Gastro-enterologe aus der "Schulmedizin" kommt und bei entsprechender Indikation und jeweiliger individueller Situation dem Patienten zur Interferon-Ribavirin-Therapie rät.
Überrascht haben seine Aussagen über die für ihn wichtigen Parameter, wie das Leberenzym GPT (weniger GOT und GGT), Ferritin, Quick, Albumin, Bilirubin - unter anderem für die Beurteilung der Leberfunktion - und der Tumormarker AFP Alphafetoprotein (wegen eines LCC). Viruslast und Genotyp sind für Dr. Huber nicht so wesentlich. Wichtig ist für seine Entscheidungsfindung der Zeitpunkt der Infektion -soweit bekannt-, bisherige Beschwerden, das persönliche Befinden, zu dem auch der Umgang mit der Erkrankung gehört. Vorteilhaft für den Therapieentscheid, auch für den Patienten selbst, ist die Biopsie=Leberpunktion, die Aussagen über den Entzündungsgrad und den Zustand der Leber zulässt.
“Seine“ Vorbeugungs-Strategien sind
Vor allem im Ausland auf Tätowierungen, Piercing, Permanent-Make-Up und Ohrlochstechen verzichten.
Beim Heilpraktiker nachfragen, wie er Spritzen, Nadeln und Infusionsgeräte desinfiziert. Auch Akupunkturnadeln können infiziert sein.
Beim Zahnarzt fragen, ob er spezielle Hepatitis-C-Desinfektionsmaßnahmen vornimmt, bzw. einen sogenannten Autoklaven besitzt.
Vor planbaren Operationen Eigenblutspenden vornehmen.
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