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Zeitungsdienst Südwest - Gesundheitsberichterstattung für den Rems-Murr-Kreis - veröffentlicht am 5.12.2000

Die Hepatitis gerät im Zeitalter von Aids oft ungerechtfertigt aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit. Denn immerhin sind zum Vergleich weltweit etwa 170 Millionen Menschen mit dem Hepatitis-C-Virus infiziert, dagegen "nur" ungefähr 45 Millionen mit HIV. Aus dem Rems-Murr-Kreis wurden 1999 insgesamt10 Fälle von Hepatitis an das Statistische Landesamt gemeldet. Weltweit sterben mehr Menschen allein an Hepatitis C als an der Immunschwächekrankheit Aids. Zudem leidet etwa jeder zweite Aids-Kranke zusätzlich an Hepatitis C. Damit handelt es sich durchaus um eine Infektionskrankheit von epidemischem Ausmaß. In Deutschland leben über 500.000 mit Hepatitis C infizierte Personen, das heißt, von 200 ist mindestens einer betroffen. Pro Jahr treten hier etwa 5.000 Neuinfektionen mit Hepatitis C auf, bei der Hepatitis B geht man sogar von 50.000 Neuinfektionen pro Jahr aus. Inzwischen sind bei den meldepflichtigen Virushepatitiden sechs Formen bekannt:
Hepatitis A, B, C, D, E, G. Außerdem gibt es noch die Hepatitis F und GB, die allerdings noch nicht genauer erforscht sind. Hepatitis ist eine Erkrankung der Leber. Die Hepatitis-Viren rufen eine Entzündung hervor, die in günstigen Fällen ohne Komplikationen ausheilt. In allen Fällen beginnt die Erkrankung ähnlich wie eine Grippe: allgemeines Krankheitsgefühl, Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Fieber, Gelenkbeschwerden und Schmerzen im rechten Oberbauch. Die typische Gelbsucht lässt sich nicht bei allen Infektionen beobachten. Bei unkompliziertem Verlauf heilt die Krankheit innerhalb der ersten 6 Monate aus. Hervorgerufen wird die Hepatitis entweder durch Vergiftung (zum Beispiel Alkohol) oder durch Infektionen mit Viren oder Bakterien. Außerdem kann sie als Folge einer Autoimmunkrankheit (das Immunsystem kann nicht mehr zwischen fremden und eigenen Körperzellen unterscheiden und wehrt sich gegen die eigenen) auftreten.
In Baden-Württemberg meldeten die Gesundheitsämter im Jahr 1999 insgesamt 1077 Fälle von Virushepatitis an das Statistische Landesamt (laut BSG sind nur die akuten zu melden !!!). Damit gab es 1999 genau 51 Fälle (5 Prozent) mehr als im Vorjahr. Betrachtet man die Zahl der Hepatitis-Fälle in Baden-Württemberg im Lauf der letzten Jahre, so erhält man folgenden Verlauf: 1988 wurden insgesamt 1421 Fälle gemeldet, in den folgenden Jahren gab es einen stetigen Anstieg bis zum Jahr 1992 mit 2271 Fällen. Danach konnte bis zum Jahr 1998 eine Abnahme der Hepatitis-Fälle verzeichnet werden. Erst im letzten Jahr war wieder ein leichter Anstieg zu verzeichnen. Diese Zahlen müssen aber laut Professor Kimmig vom Landesgesundheitsamt mit Vorsicht betrachtet werden, da lange Zeit Unsicherheit herrschte, welche Daten gemeldet werden sollen. Wie die Pressestelle des Sozialministeriums mitteilt, gibt es erst seit 1992 vom Bundesgesundheitsamt die Anweisung, nur Neuerkrankungen zu melden.
Dies könnte unter anderem erklären, dass die Zahl der gemeldeten Hepatitiden seit diesem Zeitpunkt zurückgeht. Eine Abnahme der Erkrankungen lässt sich laut Landesgesundheitsamt aber auch auf eine höhere Durchimpfungsrate (bei Hepatitis A und B möglich) zurückführen.
Im Rems-Murr-Kreis infizierten sich 1999 insgesamt 10 Personen mit einer Virushepatitis (6 Fälle mit Hepatitis A und 3 Fälle mit Hepatitis B; der restliche 1 Fall entfiel auf nicht bestimmbare und übrige Formen). Damit ist gegenüber dem Vorjahr eine Abnahme um 15 Fälle zu verzeichnen.
Diese Entwicklung entspricht allerdings nicht der landesweiten Tendenz. Im Jahr 1998 erkrankten im Rems-Murr-Kreis noch 25 Personen an Hepatitis, davon 5 an Hepatitis A und 13 an Hepatitis B, die restlichen 7 Fälle waren übrige und nicht bestimmbare Formen. Die landesweite Zunahme der gemeldeten Hepatitis-Fälle beruht auf einem Anstieg der nicht bestimmbaren und übrigen Formen, zu denen vor allem die Hepatitis C zählt. Bei diesen Formen lagen 1999 insgesamt 385 Fälle vor, 81 mehr als im Jahr zuvor. An Hepatitis A und B erkrankten dagegen letztes Jahr weniger Personen als im Vorjahr. Bei Hepatitis A waren es in Baden-Württemberg 1999 insgesamt 337 Personen (Vorjahr 347), an Hepatitis B 355 Personen (Vorjahr 375). Die Abnahme an Hepatitis B seit 1992 ist möglicherweise darauf zurückzuführen, dass es seit Anfang der 80er Jahre einen Impfstoff gegen diese Krankheit gibt. Außerdem wird seit Oktober 1995 von der Ständigen Impfkommission empfohlen, alle Säuglinge, Kinder und Jugendliche gegen Hepatitis B zu impfen. Zu den nicht bestimmbaren und übrigen Formen zählen die Hepatitiden C bis G. Dabei stellt besonders die Hepatitis C nicht nur aufgrund ihrer relativen Häufigkeit, sondern auch wegen ihres schweren und chronischen Verlaufs ein gesundheitspolitisches Problem dar. Bei ihr (wie auch bei Hepatitis B und D) besteht die Gefahr, dass die akute Infektion in eine chronische Verlaufsform übergeht. Mögliche Spätkomplikationen sind dann Leberschrumpfung und Leberkrebs.

Pressebericht zum 1. Lebertag in Deutschland am Sa, den 18.11. 2000

Hepatitis ist die allgemeine Bezeichnung für eine Entzündung der Leber. Solche Entzündungen können durch Viren hervorgerufen werden. Das ,,C" bezeichnet das Virus, das eine besondere Form der Hepatitis auslöst. Man hat dieses Virus 1988 entdeckt (früher als ,,Non A/ Non B" bezeichnet). Seit1991ist es möglich, das HC- Virus durch Blutuntersuchungen festzustellen. Hepatitis C fordert bedeutend mehr Todesopfer als Aids! Im Gegensatz zu Hepatitis A und B, die weitgehend bekannt sind, ist bei der Infektion mit dem C-Virus eine vorbeugende Schutzimpfung nicht möglich.

Jede(n) kann es treffen und fast Keine(r) weiss darüber Bescheid! Hepatitis C ist keine Krankheit der Armen oder der Alkoholiker, sie betrifft Menschen aller Altersgruppen, unabhängig vom Geschlecht, sexueller Präferenzen oder sozialer Herkunft. Bei bis zu 30% führt Hepatitis C früher oder später zu einem Leberkarzinom, zur Leberzirrhose und zum Leberversagen. Als einzige Rettung bleibt dann nur die Lebertransplantation. Bei etwa 40% aller Infizierten ist der Übertragungsweg ungeklärt. Höchste Vorsicht gilt bei allen Blut-zu-Blut-Kontakten. Gefahrenquellen sind mangelhafte Hygiene im medizinischen Bereich (Arzt/Zahnarzt/Klinik), beim i.v. Drogengebrauch, bei Tätowierungen, Piercing etc., aber auch blutende Verletzungen, gemeinsam benutzte Zahnbürsten, Nagelscheren, Rasierapparate etc.

Als Standardtherapie gilt die Gabe von Interferon alpha (u.a. Konsensus/PEG) in Kombination mit Ribavirin. Diese Behandlung ist jedoch bei dem in Europa überwiegend vorkommenden Genotyp 1 nur bei etwa 30% der Behandelten auf Dauer erfolgreich und bringt zum Teil nicht unerhebliche Nebenwirkungen mit sich.

Der Schulmedizin werden Heilmethoden gegenüber gestellt, die als Erfahrungs-, Alternativ- oder Komplementärmedizin bezeichnet werden. Natürliche Heilverfahren setzen auf die Selbstheilungskräfte des Menschen. Körpereigene Mechanismen sollen aktiviert werden und das Immunsystem in die Lage versetzen, selbst den Feind anzugreifen und infizierte Zellen zu vernichten. So ist eine im Rahmen der anthroposophischen Medizin entwickelte Behandlung für HC-Kranke die individuell dosierte Mistel-Komplex-Therapie.

Als Standardtherapie gilt die Gabe von Interferon alpha (u.a. Konsensus/PEG) in Kombination mit Ribavirin. Diese Behandlung ist jedoch bei dem in Europa überwiegend vorkommenden Genotyp 1 nur bei etwa 30% der Behandelten auf Dauer erfolgreich und bringt zum Teil nicht unerhebliche Nebenwirkungen mit sich.

Naturheilkunde steht durchaus nicht im Widerspruch zur rein naturwissenschaftlich orientierten Schulmedizin. Im Gegenteil: es gibt sehr viele Berührungspunkte, die dazu führen, dass beide Richtungen sich einander zum Nutzen des Patienten ergänzen.

Über 1% der Bevölkerung, also knapp eine Million in Deutschland leiden an den Folgen dieser "schleichenden" Leberentzündung! Bei der HC-Selbsthilfe Ostalb haben sich seit deren Gründung (1995) weit über 100 Betroffene gemeldet.

Abgeschlagenheit, Antriebslosigkeit, häufige Müdigkeit, Leistungsschwäche, erhöhte Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, Appetitlosigkeit, Widerwillen gegen Fett und Fleisch, rheuma-ähnliche Muskel-/Gelenkschmerzen, Juckreiz, Blähbauch etc. sind nur einige auch auf andere Erkrankungen hinweisende Anfangsbeschwerden.

Wenn Sie unter diesen Symptomen leiden, sprechen Sie bitte ihren Hausarzt auf die Möglichkeit einer Hepatitis an, rät der Leiter dieser SHG's Hermann Kuon. Wer eine Bluttransfusion vor dem Jahr 1990 erhalten hat, sich einer größeren Operation unterziehen musste, sich in Ländern mit niedrigem Hygienestandard medizinisch versorgen ließ, oder wiederholt erhöhte Transaminasen aufweist, sollte unbedingt einen HCV-Suchtest durchführen lassen.

Vortrag und Diskussion mit Dr. Harald Matthes, Klinik Havelhöhe in Berlin
am Mi, 8.11.2000 19.30 - 21.30 im Prediger in Schwäbisch Gmünd

Das war mit einem Wort: Spitze! Dr. Harald Matthes, ärztlicher Leiter der Klinik Havelhöhe, Berlin sprach im Refektorium des Predigers über "Alternative Behandlungsmöglichkeiten bei chronischer Hepatitis C".
Beeindruckend, überzeugend, ja begeisternd! Ein gelungener Einstieg am Abend vor der Auftaktveranstaltung zu den Aktionswochen" Gemeinsam gegen Sucht und Gewalt".

Etwa 70 Interessierte waren gekommen; unter ihnen Ärzte, Vertreter von Krankenkassen, des Unternehmens Weleda, das sich an den Kosten dieser Veranstaltung beteiligte, und viele HC-Kranke, sogar aus Schwieberdingen, Esslingen und Weinstadt. Täglich wird Matthes mit der Herausforderung durch HC- Infizierte aus dem Drogen- und Suchtbereich (Berlin liegt weit über dem Bundesdurchschnitt) konfrontiert und konnte daher aus der Praxis wertvolle Anregungen geben. Aufbauend auf den Grundzügen des anthroposophischen Heilwesens erläuterte er seine jetzt abgeschlossene Studie über die Misteltherapie, die in ein Gesamtkonzept mit Extrakten aus der grünen Tomate (Solanum Lycopersicum), den Blättern der Weinrebe/Walderdbeere (Hepatorodon), der Heileurythmie sowie wesentlichen Elementen der Gesprächs-, Kreativ- und Kunsttherapie eingebettet ist. In der Wirkung schwächer als die Standardtherapie der Schulmedizin (Interferon/Ribavirin) sind bei dieser naturheilkundlichen Behandlung deutlich weniger Nebenwirkungen wie Fieber, Kopfschmerzen, Haarausfall, Muskel- und Gelenkschmerzen etc. zu verzeichnen.

Was besonders faszinierte war, dass er den Arzt als "Seelsorger" sieht, der sich zunächst in einem ausführlichen Gespräch ein Gesamtbild seines Gegenüber macht und sich die Zeit für dessen Beschwerden, Sorgen, Ängste etc. nimmt. Erst anhand dieses Menschenbildes stimmt er sein ganz individuelles therapeutisches Konzept hinsichtlich Dosis und Art des Mistel- und der Zusatz-Präparate ab, um daraufhin seine ärztlichen Hilfe, Beratung und Begleitung anzubieten, die den Patienten auch zu einer Eigenverantwortung im Gesundwerden führt. Hepatitis C ist für ihn eine tiefgreifende, zunächst unbewusst ablaufende Krankheit des ganzen Menschen, der nur mit einer Leib, Seele und Geist umfassenden Therapie erfolgreich geantwortet werden kann. Dies bedarf wesentlich längerer Zeitdimensionen zur individuellen Veränderung und Umstellung, um umfassend heilen zu können. Die parallel dazu verlaufenden Forschungsarbeiten am gleichen Klinikum unterstreichen seine Maßnahmen nachhaltig. Jede Krankheit, so schwer sie auch ist, bietet zudem auch immer die Chance, die Lebensweise und -einstellung zu überprüfen, zu ändern und neu zu gestalten.

Erstaunlich und bemerkenswert waren auch seine Aussagen zum Gesundheitswesen in Deutschland, dass nämlich insgesamt genügend Geld vorhanden sei. Da aber die verschiedenen Bereiche überorganisiert, überstrukturiert und überbürokratisch seien, versiegen fast 30% in diesen unnötigen Strukturen. Selbstkritisch bezog er das Klinikwesen und die Ärzteschaft darin ein. Statt in Zeiten modernster Kommunikationsmöglichkeiten diese zur Vereinfachung und Rationalisierung zu nutzen und Gesundheitsnetze aufzubauen, um Doppeluntersuchungen und unnötigen Verwaltungsaufwand zu vermeiden, entstehen durch Wahrung von Einzelinteressen, Festhalten an alten Strukturen immer neue Vereinigungen, die nur zu weiteren Kosten führen. Viel Geld versickert im Dickicht von fragwürdigen Anweisungen, Auswertungen, Statistiken etc.

Hoch schätzt er den Wert der Selbsthilfe ein, in deren Gruppen die an Hepatitis C Erkrankten oft die einzige Chance haben, mit ihren Beschwerden angenommen zu werden und wichtige Hinweise und Tipps zum Umgang, den Therapien sowie den Folgen und Auswirkungen dieser viralen, heimtückischen Leberentzündung erfahren.

Dieses Ärzte-Patienten-Seminar (das dritte im Jahr 2000) war der krönende Abschluss. Matthes traf die Gefühlslage der HC-Kranken, die mit ihren untypischen Beschwerden zumeist zunächst auf taube Ohren stoßen und oft aus Unwissenheit des Alkoholkonsum verdächtigt werden. So wurde von Vielen der Anwesenden diese Veranstaltung sogar als Abend so richtig zum Wohlfühlen und Angenommensein bezeichnet. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Presseveröffentlichung zum und über das Arzt-Patienten-Seminar

"Gesundheit im Gespräch" - Thema "Möglichkeiten & Grenzen naturheilkundlicher Behandlung bei chronischer HepatitisC"
Referent Dr. Roman Huber von der Ambulanz für Naturheilverfahren und Umweltmedizin der Uni-Klinik Freiburg
Teilnehmer: Mitglieder der Hepatitis SHG Ostalb sowie Region Hohenstaufen, Betroffene aus Aalen, Ellwangen, Welzheim, Schorndorf und Waiblingen.
Hepatitis ist die allgemeine Bezeichnung für eine Entzündung der Leber. Solche Entzündungen können durch Viren hervorgerufen werden. Das ,,C" bezeichnet das Virus, das eine besondere Form der Hepatitis auslöst. Man hat dieses Virus 1988 entdeckt (früher als ,,Non A/ Non B" bezeichnet) und erst seit 1991 ist es möglich, dieses Virus durch Blutuntersuchungen festzustellen. Hepatitis C fordert bedeutend mehr Todesopfer als Aids!
Hepatitis C kann Jede(n) treffen - es ist keine Krankheit der Armen oder der Alkoholiker, sie betrifft Menschen aller Altersgruppen, unabhängig vom Geschlecht, sexueller Präferenzen oder sozialer Herkunft. Nach Schätzungen der WHO= Weltgesundheitsorganisation sind allein in Deutschland knapp 1 Million Menschen mit dem Hepatitis C Virus infiziert, doch die wenigsten haben davon Kenntnis. Die Infektion verläuft in den meisten Fällen ohne die typischen Symptome anderer viraler Lebererkrankungen wie beispielsweise Gelbfärbung der Augen und der Haut. Sie nimmt bei über 80% einen chronischen Verlauf, der mit weniger spezifischen Symptomen einhergeht, die leider oft anderen Ursachen zugeschrieben werden:

  • Häufige Müdigkeit
  • Leistungsschwäche
  • Antriebslosigkeit
  • Gelenkschmerzen
  • Oberbauchbeschwerden
  • erhöhte Leberwerte.

So wird immer noch oft die Diagnose der Hepatitis C erst spät, manchmal zu spät, gestellt. Allen, die an den genannten Symptomen leiden, rät die Hepatitis Selbsthilfe Ostwürttemberg sich auf Hepatitis C testen zu lassen. Trauen Sie sich ruhig, Ihren Arzt direkt zu fragen, ob er sich mit dieser Erkrankung wirklich gut auskennt, und scheuen Sie sich nicht, einen Spezialisten (Hepatologen) aufzusuchen. Bei bis zu 30% führt Hepatitis C früher oder später zur Leberzirrhose, zu einem Leberkarzinom und zum Leberversagen. Als einzige Rettung bleibt dann nur die Lebertransplantation.

Als Standardtherapie gilt die Gabe von Interferon alpha (in verschiedenen Formen -Konsensus/PEG) in Kombination mit Ribavirin. Diese Behandlung ist jedoch bei dem in Europa überwiegend vorkommenden Genotyp 1 nur bei etwa 30% der Behandelten auf Dauer erfolgreich. Dies war das Fazit unseres Arzt-Patienten-Seminars mit Dr. Stephan Kaiser von der UniKlinik -Innere Medizin- in Tübingen am 20. Juni 2000.

Der Schulmedizin werden Heilmethoden gegenüber gestellt, die als Erfahrungs-, Alternativ- oder Komplementärmedizin bezeichnet werden. Die Erkenntnisse basieren meist auf Überlieferungen. Naturheilkundliche Ärzte nutzen bei ihrer Behandlung die natürlichen Heilfaktoren Wasser, Licht, Luft, Wärme/Kälte, Ruhe/Bewegung. Natürliche Heilverfahren - Beispiele dafür sind die Physio-, Phyto-, Hydro-, Enzym-, Thymus- und Fiebertherapie, dazu zählen auch die Homöopathie, die Anthroposophie, die TCM, Ayurveda, etc. - setzen auf die Selbstheilungskräfte des Menschen. Die individuelle Lebenskraft soll gestärkt werden. „Naturheiler“ verlassen sich in erster Linie auf die Wirkstoffe der Natur. Der heilsame Reiz ist bis heute ein wesentliches und charakteristisches Element. Körpereigene Mechanismen sollen aktiviert werden und das Immunsystem in die Lage versetzen, selbst den Feind anzugreifen und infizierte Zellen zu vernichten. Naturheilkunde steht durchaus nicht im Widerspruch zur rein naturwissenschaftlich orientierten Schulmedizin.

Im Gegenteil. Es gibt sehr viele Berührungspunkte, die dazu führen, dass beide Richtungen sich einander zum Nutzen des Patienten - dies muss im Mittelpunkt aller Bemühungen auf dem Gesundheitssektor stehen - ergänzen.

Eine repräsentative Befragung 1997 in den alten und neuen Bundesländern zeigt, dass zwei Drittel der Bundesbürger Vertrauen in die sanfte Medizin haben und regelmäßig Naturheilmittel verwenden.

Die Frage an diesem Abend lautete also: „Hält die vielzitierte "gute alte Zeit" tatsächlich gute, oder sogar die besseren Rezepte und Therapien für die Behandlung solch chronischer Erkrankungen wie Hepatitis C bereit?“

Die, die gestern Abend trotz vieler anderer Veranstaltungen zugegen waren, haben es auf jeden Fall nicht bereut, im Gegenteil: Sie waren von Dr. Roman Huber begeistert. Die ehrlichen, aus der Behandlung mit Patienten gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse aus eigenen Studien mit natürlichen Heilmitteln nach strengen wissenschaftlichen Kriterien - dies war das übereinstimmende Echo - haben voll überzeugt, besonders auch in Anbetracht der Tatsache, dass Dr. Huber als Gastro-enterologe aus der "Schulmedizin" kommt und bei entsprechender Indikation und jeweiliger individueller Situation dem Patienten zur Interferon-Ribavirin-Therapie rät.

Überrascht haben seine Aussagen über die für ihn wichtigen Parameter, wie das Leberenzym GPT (weniger GOT und GGT), Ferritin, Quick, Albumin, Bilirubin - unter anderem für die Beurteilung der Leberfunktion - und der Tumormarker AFP Alphafetoprotein (wegen eines LCC). Viruslast und Genotyp sind für Dr. Huber nicht so wesentlich. Wichtig ist für seine Entscheidungsfindung der Zeitpunkt der Infektion -soweit bekannt-, bisherige Beschwerden, das persönliche Befinden, zu dem auch der Umgang mit der Erkrankung gehört. Vorteilhaft für den Therapieentscheid, auch für den Patienten selbst, ist die Biopsie=Leberpunktion, die Aussagen über den Entzündungsgrad und den Zustand der Leber zulässt.

“Seine“ Vorbeugungs-Strategien sind

Vor allem im Ausland auf Tätowierungen, Piercing, Permanent-Make-Up und Ohrlochstechen verzichten.

Beim Heilpraktiker nachfragen, wie er Spritzen, Nadeln und Infusionsgeräte desinfiziert. Auch Akupunkturnadeln können infiziert sein.

Beim Zahnarzt fragen, ob er spezielle Hepatitis-C-Desinfektionsmaßnahmen vornimmt, bzw. einen sogenannten Autoklaven besitzt.

Vor planbaren Operationen Eigenblutspenden vornehmen.